Wann sind Auslandsspenden absetzbar?

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Eine Spende direkt an den Papst kann in Deutschland nicht im Rahmen der Sonderausgaben berücksichtigt werden. Diese Entscheidung des FG Köln nehmen wir zum Anlass, um auf das Thema Auslandsspenden einzugehen.

Auslandsspenden werden in der Steuererklärung nur dann als Sonderausgaben anerkannt, wenn der Empfänger nach deutschem Recht gemeinnützig ist. Der Nachweis dafür ist schwierig – der Abzug aber grundsätzlich möglich

Eine pauschale Nicht-Anerkennung von Spenden an ausländische Spendenempfänger jedenfalls wurde vom Europäischen Gerichtshof als Verstoß gegen die Kapitalverkehrsfreiheit für gemeinschaftsrechtswidrig erklärt (EuGH, Urteil vom 27.1.2009, C-318/07 ).

Das Papst-Urteil aus Köln

Worum aber war es genau in Köln gegangen?

Hier hatte eine Steuerberatungs-GmbH geklagt, deren Geschäftsführer im Rahmen einer Generalaudienz Papst Benedikt XVI. persönlich einen Scheck über 50.000 € übergeben hatte. Die Spende sollte osteuropäischen Jugendlichen die Teilnahme am Weltjugendtag 2008 in Sydney ermöglichen. Die GmbH erhielt eine Spendenbescheinigung, die als Aussteller den Staatssekretär seiner Heiligkeit und als Ausstellungsort den Vatikan auswies.

Das Finanzamt sah nicht die katholische Kirche Deutschland, sondern den Vatikanstaat als Empfänger der Zuwendung an und erkannte die Spende steuerlich nicht an. Das FG Köln folgte dieser Meinung und widersprach der Auffassung der Steuerberatungs-GmbH, wonach eine deutsche Untergliederung der katholischen Kirche als Spendenempfänger anzusehen sei: Als Empfänger der Zuwendung kämen hier nur der Heilige Stuhl, der Vatikanstaat oder die katholische Weltkirche in Betracht, meinten die Richter – und diese seien allesamt im Vatikan ansässig. Der Vatikan gehöre aber weder der EU noch dem Europäischen Wirtschaftsraum an (FG Köln vom 15.1.2013, 13 K 3735/10 ).

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