Vorsteuerabzug für frühere Jahre beim Betriebs-PKW

Vorsteuerabzug für frühere Jahre beim Betriebs-PKW


Im Zeitraum vom 1.4.1999 bis zum 31.12.2003 durften Unternehmer beim Betriebs-PKW nur 50 % Vorsteuer geltend machen. Dafür brauchten sie keine Umsatzsteuer für die private Nutzung des PKW zahlen. Diese Regelung war von Anfang an umstritten. Es war nämlich nicht klar, ob sie mit europäischem Recht vereinbar ist. Für Unternehmer mit hoher betrieblicher Nutzung des PKW wäre es günstiger gewesen, so wie früher 100 % Vorsteuer abzuziehen und auf der anderen Seite die private Nutzung zu versteuern.

In seinem Urteil vom 29.4.2004 hatte der Europäische Gerichtshof die deutsche Sonderregelung grundsätzlich akzeptiert. Nur mit der rückwirkenden Ermächtigung zum 1.4.1999 war er nicht einverstanden. Die deutsche Finanzverwaltung hat mit einem umfangreichen BMF-Schreiben vom 27.8.2004 die Konsequenzen aus diesem Urteil gezogen. Je nach Anschaffungszeitpunkt eines Betriebs-PKW ergeben sich völlig unterschiedliche Regeln und Wahlrechte:

Anschaffung eines PKW in der Zeit vom 1.4.1999 bis zum 4.3.2000 :
Unternehmer können jetzt noch im nachhinein für den damaligen Kauf und die laufenden Kosten 100 % Vorsteuer geltend machen. Sie müssen dann aber Umsatzsteuer auf die private Nutzung zahlen. Bei dieser Handhabung bleibt es dann durchgehend. Natürlich sollte man vorher ausrechnen, ob das insgesamt tatsächlich günstiger ist.

Anschaffung eines PKW in der Zeit vom 5.3.2000 bis zum 31.12.2002 :
Unternehmer haben in diesem Fall kein Wahlrecht. Es bleibt für die Jahre bis 2002 bei 50 % Vorsteuerabzug. Im Jahr 2003 können Sie ebenfalls bei diesem Verfahren bleiben. Es steht Ihnen aber frei, stattdessen aus den laufenden Kosten 100 % Vorsteuer abzuziehen. Im Gegenzug müssen Sie dann Umsatzsteuer für die private Nutzung zahlen, wobei Grundlage dafür nur die laufenden Kosten sind.

Unser Steuertipp: Können Sie eine private Nutzung unter 50 % glaubhaft machen? Dann sollten Sie das Jahr 2003, falls Sie Ihre Steuererklärung bereits abgegeben haben, nochmals aufrollen und Ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen. Sie sichern sich damit eine ordentliche Umsatzsteuererstattung.

Anschaffung eines PKW in der Zeit vom 1.1.2003 bis zum 31.12.2003 :
Falls Sie 2003 nur 50 % Vorsteuer abgezogen haben, sollten Sie jetzt in Ihrer Steuererklärung für das Jahr 2003 bzw. in einem Antrag auf Bescheidänderung 100 % Vorsteuer aus dem Kaufpreis und aus den laufenden Kosten geltend machen. Sie müssen dann aber auch Umsatzsteuer auf die Privatnutzung zahlen. Bei einem Kauf mit Umsatzsteuerausweis lohnt sich das auf jeden Fall!

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