Voller Vorsteuerabzug für betrieblich veranlasste Bewirtungskosten

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Seit dem 1.4.1999 dürfen Sie von Ihren Bewirtungskosten nur noch 80%, seit 2004 nur noch 70% der Vorsteuer geltend machen. Sagt der deutsche Fiskus. Nein, sagt der Bundesfinanzhof.

Der Fall

Geklagt hatte ein Unternehmer, der gelegentlich Geschäftskunden bei Vertragsverhandlungen und Baubesichtigungen zum Essen einlud. Für die Bewirtungskosten hat er den vollen Vorsteuerabzug geltend gemacht. Das Finanzamt hat diesen aber verweigert.

Deutsche Regelung nicht mit Gemeinschaftsrecht vereinbar

Der Bundesfinanzhof hat jetzt entschieden: Die deutsche Regelung ist nicht mit dem Recht der Europäischen Gemeinschaft vereinbar. Denn die »Sechste Mehrwertsteuerrichtlinie« erlaubt den Staaten keine Einschränkung der Gesetzeslage, wie sie zur Zeit des Erlasses dieser Richtlinie bestand. Genau das ist in Deutschland aber passiert. Die Beschränkung des Vorsteuerabzugs für betrieblich veranlasste Bewirtungsaufwendungen ist damit unzulässig, der volle Vorsteuerabzug möglich.

Unser Steuertipp:

Sind Ihre Umsatzsteuerbescheide noch offen? Dann legen Sie mit Hinweis auf dieses Urteil gegen Ihre Umsatzsteuerbescheide Einspruch ein und stellen Sie einen Änderungsantrag. Dann dürfen Sie sich bald auf eine Steuererstattung freuen.


Achtung: In dem Urteil geht es nur um den Umfang des Vorsteuerabzugs. Bewirtungskosten müssen nach wie vor angemessen sein und nachgewiesen werden! Außerdem ändert das Urteil nichts daran, dass bei der Einkommensteuer als Betriebsausgaben nur 80% bzw. ab 2004 nur 70% abziehbar sind.


(Bundesfinanzhof, Urteil vom 10.2.2005, Az. V R 76/03)

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