Verkauf einer Bierdeckelsammlung über eBay ist steuerpflichtig

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Vor dem FG Köln stritten sich ein Steuerzahler und das Finanzamt darum, ob der Handel mit Bierdeckeln und gebrauchtem Spielzeug und Bildkarten eine unternehmerische Tätigkeit ist und der Steuerzahler ein Gewerbe betrieben hat.

Im entschiedenen Fall war sicher von großer Bedeutung, dass sich der klagende Steuerzahler nicht nur ein paar Euro dazuverdienen wollte – er bestritt nämlich seinen Lebensunterhalt im Wesentlichen durch den Verkauf von Bierdeckeln und Bieretiketten aus der privaten Sammlung seines Vaters über eBay. Die geerbte Sammlung umfasste etwa 320.000 Einzelteile und wurde vom Kläger durch Zukäufe fortgeführt. Verkauft wurden nur doppelte Exemplare.

Der Kläger erzielte damit pro Jahr eBay-Umsätze zwischen 18.000,00 und 66.000 €. Das Finanzamt schätzte den erzielten Gewinn des Klägers mit 20 % des Umsatzes und setzte gleichzeitig Umsatzsteuer fest.

Der Kläger trug vor, er sei kein Händler, der Ankäufe und Verkäufe durchführt, sondern versteigere lediglich privat gesammelte Vermögensgegenstände. Und selbst wenn er als Gewerbetreibender anzusehen wäre, würde durch den Verkauf kein Gewinn entstehen, da Einlagewert und Verkaufswert identisch seien.

Die Richter kamen trotzdem zu dem Ergebnis, dass der kontinuierliche Verkauf seiner privaten Bierdeckelsammlung der Umsatz- und Einkommensteuer unterliegt.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung war, dass der Kläger intensive und langjährige Verkaufsaktivitäten vorzuweisen hatte. Der Fall, erklärten sie, sei nicht mit dem Verkauf einer privaten Sammlung en bloc vergleichbar, die der BFH in der Vergangenheit bereits als umsatzsteuerfrei eingestuft habe.

Es handele sich auch um gewerbliche Einkünfte des Klägers, weil er über viele Jahre für den Verkauf bestimmte Artikel entgeltlich und unentgeltlich erworben habe. Schließlich sei auch die Gewinnschätzung mit 20 % des Umsatzes nicht zu beanstanden. Die Wertsteigerung der doppelten Exemplare sei im Betriebsvermögen erfolgt, da diese von Anfang an zum Verkauf bestimmt gewesen seien. Der Kläger habe diese folglich mit der Aufnahme der Verkaufstätigkeit in seinen Gewerbebetrieb eingelegt (FG Köln vom 4.3.2015, 14 K 188/13 ).

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