Unfallversicherung: Fünfmal bezahlt, doch nur einmal entschädigt?

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Es hat fatale Folgen, wenn ein Versicherungsnehmer beim Abschluss einer privaten Unfall-Versicherung weitere bestehende Unfall-Policen verschweigt. Dies entschied das Landgericht Coburg mit Urteil vom 21. Mai 2003 (Az.: 12 O 984/02- rechtskräftig). Ein vorsichtiger Mann hatte gleich mehreren privaten Unfallversicherern entsprechende Policen abgeschlossen. Im Sommer 2001 verletzte er sich bei der Gartenarbeit so schwer, dass er ein künstliches Hüftgelenk bekommen musste und einen Dauerschaden davontrug.

Falsche Antwort im Antrag kostet Schutz:

Daraufhin meldete der Mann den Unfall einem seiner privaten Unfall-Versicherer und verlangte die vereinbarten 20.000 Euro für Invalidität. Die Frage, ob anderweitige Unfall-Policen bestünden, verneinte er. Bereits bei Abschluss des Vertrages ein Jahr zuvor hatte er eine entsprechende Frage mit Nein beantwortet. Tatsächlich besaß der Mann jedoch bei vier anderen Gesellschaften private Unfall-Policen. Der Versicherer lehnte daher jegliche Invaliditäts-Entschädigung ab.
Begründung: Der Kunde habe arglistig verschwiegen, dass er weitere gleichartige Verträge besitzt.

Gericht sah keine Schuld des Agenten:

Der Mann konterte: Er habe dies seiner damaligen Versicherungs-Agentin mitgeteilt. Die hätte lediglich vergessen, diese Informationen in den Antrag aufzunehmen. Der Versicherer ließ sich davon nicht umstimmen. Also zog der Kunde vor Gericht - und unterlag auch dort.
Das Gericht sah es nach Vernehmung der Versicherungs-Agentin als erwiesen an, dass der Mann die bestehenden vier weiteren Unfall-Policen bewusst verschwiegen hatte. Die richtige Beantwortung dieser Frage sei aber für den Versicherer wichtig gewesen, hätte sie doch Anlass sein können, die Annahme des Vertrages besonders sorgfältig zu prüfen. Weil der Kunde vom Versicherer auch auf die Folgen unrichtiger Angaben hingewiesen worden sei, gehe er leer aus.

Nur der erste Versicherer muss zahlen:

Demnach bestehe eine Leistungspflicht nur für den Versicherer, bei dem das Unfallopfer den ersten Vertrag abgeschlossen hatte. Für die anderen gilt: Verneint der Kunde wider besseres Wissen die Frage, ob bei anderen Versicherern weitere private Unfall-Policen bestehen, verliert im Schadensfall mögliche Invaliditäts-Ansprüche. Denn der Versicherer müsse dann nicht zahlen. Für ihn sei nämlich das Bestehen weiterer Policen bedeutsam, um gegebenenfalls zusätzliche Informationen einzuholen.

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