Umzugskosten: Auch bei einer Fahrzeitersparnis von weniger als einer Stunde absetzbar

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Ein Umzug ohne Arbeitsplatzwechsel ist beruflich veranlasst und damit steuerlich absetzbar, wenn sich die tägliche Hin- und Rückfahrt zur Arbeit wenigstens zeitweise um mindestens eine Stunde verkürzt. Aber, auch wenn es viele Finanzbeamte nicht glauben wollen: Selbst wenn die tägliche Fahrzeitersparnis weniger als eine Stunde beträgt, kann ein Umzug in bestimmten Fällen absetzbar sein. Wie ein aktuelles Urteil wieder einmal beweist:

Eine im Krankenhaus tätige Fachärztin verkürzte durch den Umzug den Weg von ihrer Wohnung zum Krankenhaus von 18 km auf 2 km und erreichte damit eine Fahrzeitersparnis von 46 Minuten für die Hin- und Rückfahrt. Da die Ärztin das Krankenhaus nun auch zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann und vor allem besser für Bereitschaftsdienste und Notdienste (mit zusätzlichen Fahrten) zur Verfügung steht, führt der Wohnungswechsel zu einer wesentlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen und ist deshalb steuerlich abzugsfähig ? obwohl die dadurch erreichte Fahrzeitersparnis geringer als eine Stunde ist (FG Baden-Württemberg vom 2.4.2004, EFG 2004 S. 1204).

Übrigens: Die Kosten für die zusätzliche Verpflegung der Möbelpacker haben die Finanzrichter auch ohne Belege in Höhe der Verpflegungspauschbeträge für Dienstreisen anerkannt, ?weil allgemein bekannt ist, dass derartige Zusatzkosten regelmäßig bei Umzügen anfallen?.

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