Steuervereinfachung: Was gilt ab 2011?

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Noch wird in Berlin über das Steuervereinfachungsgesetz gestritten: Viele Maßnahmen sollen erst 2012 in Kraft treten, FDP und CDU/CSU fordern jedoch, zentrale Entlastungen in das Jahr 2011 vorzuziehen. Lesen Sie hier, was der Gesetzentwurf bisher vorsieht.

  • Elektronische Lohnsteuerkarte
    Für 2011 gibt es keine Lohnsteuerkarten auf Papier mehr. Die Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte werden künftig von der Finanzverwaltung zentral in einer bundesweiten Datenbank gespeichert. 2011 bleibt die Lohnsteuerkarte von 2010 gültig - mit allen Eintragungen aus dem Jahr 2010. Änderungen werden nicht mehr von der Gemeinde vorgenommen, sondern vom Finanzamt durchgeführt.
  • Verbindliche Auskunft: Keine Gebühr mehr in Bagatellfällen
    Eine Gebühr für eine verbindliche Auskunft darf jetzt nur noch ab einem Gegenstandswert von mindestens 10.000 Euro erhoben werden. Diese Regelung gilt für verbindliche Auskünfte, die ab dem Tag der Verkündung des Steuervereinfachungsgesetzes beantragt werden.
  • Keine Doppelförderung mehr bei Handwerkerleistungen
    Den Steuerabzug für haushaltsnahe Dienstleistungen gibt es ab 2011 nicht mehr, wenn für die Maßnahme bereits eine öffentliche Förderung, zum Beispiel durch verbilligte KfW-Darlehen, gewährt wurde.
  • Stipendien sind öfter steuerfrei
    Stipendien sind nach § 3 Nr. 44 EStG steuerfrei. Voraussetzung dafür war bisher, dass sie unmittelbar aus öffentlichen Mitteln geleistet werden. Die Befreiung gilt künftig auch für mittelbar geleistete Zahlungen.
  • Höherer Steuerfreibetrag für ehrenamtliche Betreuer
    Ehrenamtliche rechtliche Betreuer, Vormünder und Pfleger können ab 2011 für ihre Aufwandsentschädigungen eine Steuerbefreiung von bis zu 2.100 Euro pro Jahr in Anspruch nehmen. Bisher waren es nur 500 Euro.
  • Weniger Bürokratie bei elektronischen Rechnungen
    Die Anforderungen an reine elektronische Rechnungen werden deutlich reduziert : Eine qualifizierte elektronische Signatur ist ab dem 1.7.2011 nicht mehr notwendig.
    Sowohl der Rechnungsaussteller als auch der Rechnungsempfänger müssen aber während der jeweils für sie geltenden Dauer der Aufbewahrungsfrist nach § 14b UStG die Echtheit der Herkunft der Rechnung, die Unversehrtheit ihres Inhalts und ihre Lesbarkeit gewährleisten. Welches Verfahren sie dafür nutzen, bleibt ihnen überlassen.
  • Vermögensmeldung an den Fiskus: Bagatellgrenze steigt
    Kreditinstitute und Vermögensverwalter müssen bei Todesfällen Guthaben bzw. Vermögen ab einer Höhe von bisher 5.000 Euro an das Finanzamt melden. Diese Bagatellgrenze steigt nun auf 10.000 Euro. Die Regelung gilt für Erwerbe ab dem Tag der Verkündung des Steuervereinfachungsgesetzes.
  • Arbeitnehmer-Pauschbetrag steigt
    Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vom 19.1.2011 soll der Arbeitnehmer-Pauschbetrag schon 2011 steigen, und nicht erst - wie ursprünglich geplant - ab 2012: Statt 920 Euro gibt es 1.000 Euro. (Anmerkung der Redaktion, 19.1.2011)

Lesen Sie hier weiter: Diese Änderungen sollen ab 2012 und 2013 gelten

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