Steuerliche Neuregelungen: Das ändert sich 2012 bei den privaten Einkünften

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Der Fiskus hat im Jahr 2011 viel auf den Weg gebracht und beschert privaten wie betrieblichen Steuerzahlern viele Änderungen, pünktlich ab dem 1.1.2012 mit dem Start der Silvesterraketen. Nachfolgend wichtige Informationen für die Ermittlung privater Einkünfte in der Zusammenfassung.

Pendlerpauschale: Ab 2012 wird die Berechnung der Entfernungspauschale vereinfacht. Bei Nutzung verschiedener Verkehrsmittel – Pkw, Bus oder Bahn – dürfen die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr für jeden einzelnen Tag belegt werden. Nur wenn diese für das gesamte Kalenderjahr höher sind als die Entfernungspauschale, ist ein Nachweis erforderlich. Dafür darf kein tageweiser Vergleich mehr stattfinden.

Billigmiete: Mit der Vereinheitlichung der Prozentgrenzen bei verbilligter Wohnraumüberlassung auf 66 % wird die Ermittlung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung vereinfacht. Beträgt die ortsübliche Miete bei auf Dauer angelegter Vermietung nicht weniger als 66 %, wird grundsätzlich ohne Überschussprognose die Einkünfteerzielungsabsicht unterstellt und der komplette Werbungskostenabzug akzeptiert. Bei preiswerteren Mieten gelingt das dann generell nur anteilig.

Arbeitnehmer-Pauschbetrag: Die Anhebung des Arbeitnehmer-Pauschbetrages von 920,00 € auf 1.000,00 € macht für eine halbe Million Arbeitnehmer zusätzlich das Sammeln von Belegen und den Einzelnachweis der Aufwendungen entbehrlich. Insgesamt ist somit für rund 22 Millionen Arbeitnehmer – etwa 60 % aller steuerpflichtigen Arbeitnehmer – kein Einzelnachweis der Werbungskosten in der Steuererklärung mehr erforderlich. Zu beachten ist, dass es sich bei der Anhebung des Pauschbetrages um eine Maßnahme handelt, die bereits rückwirkend für das Jahr 2011 greift und vom Arbeitgeber mit der Gehaltsabrechnung für Dezember berücksichtigt wird.

Elektronisches Lohnsteuerabzugsverfahren: Das Lohnsteuerabzugsverfahren befindet sich im Umbruch und wird derzeit noch durch Papierdokumente geprägt. Dies geschieht mit der immer noch geltenden Lohnsteuerkarte 2010 oder der an ihrer Stelle vom Finanzamt ausgestellten Ersatzbescheinigung für 2011. Das wird durch ein elektronisches Abrufverfahren abgelöst und der Arbeitgeber soll die für den Steuerabzug benötigten Lohnsteuerabzugsmerkmale – kurz ELStAM – elektronisch bei der Finanzverwaltung abrufen können. Voraussetzung dafür ist, dass der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber einmalig sein Geburtsdatum und seine Steuer-Identifikationsnummer angibt und ihm mitteilt, ob es sich um das Haupt- oder um ein Nebenarbeitsverhältnis handelt. Der Arbeitgeber muss sich authentifizieren und kann dann mit Hilfe dieser vom Arbeitnehmer erhaltenen Angaben die benötigten ELStAM für den Lohnsteuerabzug elektronisch bei der Finanzverwaltung abrufen. Der ursprünglich ab Neujahr 2012 vorgesehene Starttermin für das neue Verfahren der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale und den erstmaligen Abruf der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale verzögert sich aber aufgrund technischer Schwierigkeiten und der Einsatz ist derzeit zum 1.1.2013 geplant.

Erbe: Wird eine Immobilie vererbt oder verschenkt, ist zur Ermittlung des Verkehrswertes das Sachwertverfahren eine von drei Rechenalternativen. Hierbei werden die Regelherstellungskosten an Hand der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Baupreisindizes an die Entwicklung der aktuellen Baupreise angepasst. Das bedeutet in der Praxis regelmäßig für die Steuer teurere Erbschaften. Sofern die erhaltene Immobilie vermietet wird, muss der neue Besitzer die Abschreibungsbeträge vom Überlassenden übernehmen.

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