Steuerfreie Entschädigung für ehrenamtliche Übungsleiter

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Aufwandsentschädigungen für nebenberufliche, ehrenamtliche Übungsleiter sind bis zu 2.400 Euro im Jahr steuerfrei. Wir erklären Ihnen die Voraussetzungen dafür.

Bei Einnahmen unter dem Freibetrag wird dieser auf die Höhe der Einnahmen beschränkt. Der Freibetrag wird nicht zeitanteilig gekürzt, wenn Sie die steuerbegünstigte Tätigkeit nur einige Monate im Jahr ausgeübt haben. Üben Sie mehrere verschiedene begünstigte Tätigkeiten aus, gibt es den Freibetrag trotzdem nur einmal. Ob Sie die begünstigten Nebentätigkeiten selbstständig oder unselbstständig ausüben, spielt für den Freibetrag keine Rolle.

Voraussetzung 1: Die richtige Tätigkeit

Begünstigt nach § 3 Nr. 26 EStG ist zum Beispiel eine Tätigkeit mit pädagogischer Ausrichtung, also eine Tätigkeit, mit der Sie anderen Menschen durch persönlichen Kontakt Wissen, Kenntnisse, Fähigkeiten oder Fertigkeiten vermitteln. Dazu zählen vor allem

  • im Jugend- und Sportbereich die Tätigkeit als Trainer, Ausbilder, Mannschaftsbetreuer oder Sportwart; die Beaufsichtigung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen als Jugendleiter, Ferienbetreuer, Schulwegbegleiter; Tätigkeiten als Chorleiter, Orchesterdirigent oder Korrekturassistent an einer Universität;

  • eine Lehr- und Vortragstätigkeit im Rahmen der allgemeinen Bildung, z.B. Abhalten von Kursen als Dozent an Volkshochschulen, die Tätigkeit als Leiter einer VHS-Außenstelle, die Mütterberatung, Abhalten von Erste-Hilfe-Kursen, Schwimmunterricht, die Tätigkeit als Stadt- oder Museumsführer, eine Tätigkeit im Rahmen der beruflichen Aus- und Fortbildung, z.B. Dozententätigkeit an einem Telekolleg, Unterrichtung von Pflegepersonal in Krankenhäusern, Mitgliedschaft bei Prüfungsausschüssen für Ausbilder, Übungsleiter usw., Fortbildungsunterricht für Berufskammern, fachliche Mitwirkung von Hochschullehrern bei Staatsprüfungen;

  • zusätzlicher Einsatz von hauptberuflich für die Betreuung von Kindern an einer offenen Ganztagsschule beschäftigten Lehrern für besondere Projekte und Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag.

Ob es die Übungsleiter-Pauschale gibt, wenn eine an einer Verwaltungsschule angestellte Dozentin als selbstständige Nebentätigkeit für die Schule Lehrbriefe verfasst, die im Unterricht und zur Prüfungsvorbereitung für die Lehrgangsteilnehmer eingesetzt werden, prüft derzeit der BFH (Az. VIII R 43/14).

Voraussetzung 2: Der richtige Auftraggeber

Begünstigte Auftraggeber sind juristische Personen des öffentlichen Rechts in Deutschland oder einem anderen Staat der EU bzw. des EWR sowie steuerbefreite Körperschaften. Zu den juristischen Personen des öffentlichen Rechts zählen Gebietskörperschaften, Zweckverbände, öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaften, kirchliche Orden, Berufsverbände mit öffentlich-rechtlichem Charakter (z.B. IHK), sonstige Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts (z.B. Universitäten, Kindergärten), Sozialversicherungsträger sowie Stiftungen des öffentlichen Rechts. Körperschaftsteuerbefreit sind rechtsfähige oder nicht rechtsfähige Vereine (z.B. Sport-, Kunst-, Musik- und Gesangsvereine), Stiftungen oder GmbHs, die gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen.

Honorarzahlungen von Körperschaften des öffentlichen Rechts sind ein beliebtes Feld für Kontrollmitteilungen. Anlässlich einer Steuerprüfung dieser Institutionen werden die Wohnsitzfinanzämter der freiberuflichen Dozenten informiert, die dann die ordnungsgemäße Versteuerung überprüfen. Außerdem sind diese Körperschaften verpflichtet, Zahlungen über einem bestimmten Bagatellbetrag pro Jahr automatisch an die Finanzämter zu melden.

Voraussetzung 3: Die richtige Arbeitsdauer und -form

Den Freibetrag gibt es nur für nebenberufliche Tätigkeiten. Umfasst Ihre Tätigkeit nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit einer vergleichbaren Vollzeittätigkeit, ist sie nebenberuflich. Unterliegt eine Tätigkeit zeitlichen Schwankungen, dann ist der Durchschnittswert entscheidend. Bei einer maximalen regelmäßigen Wochenarbeitszeit von 14 Stunden kann pauschalierend noch von einer nebenberuflichen Tätigkeit ausgegangen werden.

Ob Sie Ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Freiberufler oder Arbeitnehmer ausüben, hängt vom Gesamtbild Ihrer Tätigkeit ab. Hier gibt es eine Vereinfachungsregel: Arbeiten Sie bei der begünstigten Einrichtung pro Woche durchschnittlich nicht mehr als sechs Stunden, ist das ein Anhaltspunkt für eine fehlende betriebliche Eingliederung und damit für eine selbstständige Tätigkeit.

Üben Sie Ihr Ehrenamt als Arbeitnehmer aus, besteht bei einem Jahreslohn bis 2.400 Euro Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit. Der Arbeitgeber muss den Freibetrag bei der Lohnabrechnung berücksichtigen. Zusätzlich zum Freibetrag erhalten Sie auch den Arbeitnehmer-Pauschbetrag, sofern er nicht schon bei Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit verbraucht ist. Damit können Sie maximal 3.400 Euro (2.400 Euro + 1.000 Euro) im Jahr steuerfrei verdienen.

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