Steuererklärung: Unterhaltsaufwendungen vergessen? Nachholen nur selten möglich

 - 

Wer vergessen hat, Unterhaltsaufwendungen in seiner Steuererklärung anzugeben, kann die Angaben bei einem bestandskräftigen Steuerbescheid nur dann nachholen, wenn es sich bei dem Fehler um eine offenbare Unrichtigkeit handelt. Das ist leider nur selten der Fall.

In einem vom FG Münster entschiedenen Fall hatte ein Steuerzahler, der von seiner Frau dauernd getrennt lebte, in einem Jahr vergessen, seine Unterhaltsaufwendungen in seine Steuererklärung einzutragen, die er dem Finanzamt elektronisch per Elster übermittelt hatte.

Der Fehler fiel ihm leider erst auf, als der Steuerbescheid schon bestandskräftig geworden war. Dann kann die Eintragung nur nachgeholt werden, wenn es sich bei dem Fehler um eine offenbare Unrichtigkeit handelt die dem prüfenden Finanzamtsmitarbeiter hätte auffallen müssen.

Voraussetzungen für eine offenbare Unrichtigkeit

Offenbar ist eine Unrichtigkeit, wenn sie auf der Hand liegt, also durchschaubar, eindeutig und augenfällig ist. Sie muss einem Schreib- oder Rechenfehler ähnlich sein, das heißt, dass es sich um einen mechanischen Fehler gehandelt hat, der ebenso mechanisch, also ohne weitere Prüfung, erkannt und berichtigt werden könnte.

Im vorliegenden Fall war mit entscheidend für die Niederlage des Steuerzahlers, dass die Anlage U (Unterhalt), welche eine Unstimmigkeit zwischen den elektronisch übermittelten Daten und den angefallenen und zum Abzug geltend zu machenden Aufwendungen offenbar hätte werden lassen können, dem Finanzamt nicht zugegangen war (FG Münster vom 5.9.2012, 12 K 1948/11 R ).

Weitere News zum Thema

  • Steuererklärung: Frist verpasst – was nun?

    [] Der 31.5.2018 ist vorbei, und wer verpflichtet war, eine Steuererklärung für das Jahr 2017 abzugeben, hatte dafür bis gestern Zeit. Für einen Antrag auf Fristverlängerung ist es jetzt natürlich zu spät. Aber wie schlimm ist die Situation wirklich? mehr

  • Steuertermine Juni 2018

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • Wer ein iPhone findet: Nicht zu früh freuen

    [] Sie haben ein iPhone gefunden? Und es – ganz vorbildlich – beim Fundbüro abgegeben? Dann ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass Sie nach sechs Monaten Post vom Amt erhalten. Das iPhone gehört Ihnen. Eigentlich. Doch was fangen Sie damit an? mehr

  • BFH hält Nachzahlungszinsen für verfassungswidrig

    [] Der Bundesfinanzhof zweifelt an der Verfassungsmäßigkeit von Nachzahlungszinsen für Verzinsungszeiträume ab dem Jahr 2015. Begründung: Die Bemessung des Zinssatzes ist realitätsfern und verletzt den allgemeinen Gleichheitssatz nach Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.