Steuererklärung über Internet-Portal ab 2010 geplant

Nach dem jüngsten Zukunftsprojekt des Bundesfinanzministeriums könnte ab 2010 eine "vorausgefüllte Steuererklärung" per Internet-Portal das Steuer-Leben weiter vereinfachen. Schon im Frühjahr beginnen Pilotprojekte, wie das Ministerium in Berlin ankündigte. Die Steuern könnten erheblich effektiver und bürgerfreundlicher erhoben werden, erklärte die parlamentarische Staatssekretärin Barbara Hendricks.

Sogenannte "Vereinfachte Steuererklärungen" können ab nächstem Jahr in sechs Bundesländern, ab 2006 dann überall abgegeben werden. Eine weitere bevorstehende Neuerung ist ein wesentlicher Baustein für die geplante quasi automatische Steuererklärung. Ab Januar sind die Arbeitgeber verpflichtet, die Lohnsteuerbescheinigung - die bislang auf die Lohnsteuerkarte geklebt und dem Beschäftigten ausgehändigt wird - elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Der Arbeitnehmer bekommt zur Bestätigung einen Ausdruck; die bunte Pappkarte braucht er nicht mehr.

Das Modell der "vorausgefüllten Steuererklärung" sieht nun vor, daß die Finanzverwaltung diese und andere ihr bekannte Angaben etwa über Alterseinkünfte automatisch in ein elektronisches Formular einträgt, das jedermann über ein persönlich angemeldetes Internet-Portal einsehen kann. Dazu soll jeder seine Bank, Versicherung oder mit einer Spende bedachte Organisation beauftragen können, Daten digital an das Finanzamt zu schicken, so daß sich etwa Spendenquittungen oder Kapitalertragsteuerbescheinigungen automatisch in dem persönlichen Formular ansammeln.

Im Idealfall wäre die Sammlung dann so komplett, daß der Steuerpflichtige sie nur noch abrufen, prüfen und gegebenenfalls ergänzen und durch einen Tastendruck abgeben könnte. "Das ist kein Spielzeug für Online-Freaks", versichert Hendricks. Sie verweist darauf, daß immerhin die Hälfte aller Haushalte in Deutschland über einen PC verfügen. Auch würden in anderen Ländern wie Estland schon über 70 Prozent der Steuererklärungen auf elektronischem Wege abgegeben.

Wer sich damit nicht anfreunden will oder kann, muß auch nicht verzweifeln. Es bleibe der Entscheidung des Bürgers überlassen, ob er seine Daten elektronisch übermitteln wolle, versichert die Staatssekretärin.

Weitere News zum Thema

  • Steueränderungen ab 2017

    [] 2017 treten einige Änderungen hinsichtlich Formalitäten und Nachweisen in Kraft, die wir Ihnen hier kurz vorstellen. mehr

  • Steuertermine Dezember 2016

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • Mehr netto mit Lohnsteuer-Freibeträgen: jetzt kostenlose Software nutzen

    [] Statt einmal im Jahr können Sie Ihre Steuerrückerstattung auch monatlich erhalten: Wer beispielsweise Kinderbetreuungs- oder Unterhaltskosten hat, regelmäßig spendet oder weit zur Arbeit fahren muss, bezahlt Monat für Monat zu viel Lohnsteuer. Erst mit der Steuererklärung im nächsten Jahr erhalten Sie die zu viel bezahlte Lohnsteuer vom Finanzamt zurück. Das muss nicht sein! mehr

  • Nach der Trennung die richtige Steuerklasse wählen

    [] Auch wenn Ihre Ehe gerade in die Brüche geht, ist es wichtig, dass Sie sich in steuerlichen Angelegenheiten weiterhin einig sind. Das kann sich für beide Partner auszahlen und Sie müssen weniger Geld zu Rechtsanwälten und Steuerberatern tragen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.