Steuerberater-Versäumnis: Teuer für Mandanten

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Vergisst der Steuerberater seinen Mandanten nach bestimmten Kosten zu fragen, kann das teuer werden. Denn das Finanzamt kann Steuerbescheide nicht mehr ändern, wenn der Steuerzahler den Fehler zu spät bemerkt.

Das bekam eine Frau zu spüren, die sich auf die Gründlichkeit ihres Steuerberaters verlassen hatte. Sie hätte hohe Kosten für eine Zahnbehandlung als außergewöhnliche Belastung absetzen dürfen. Doch der Berater hatte sich nicht danach erkundigt. Als die Steuerzahlerin zufällig erfuhr, dass die Kosten absetzbar sind, waren die Steuerbescheide erlassen und längst bestandskräftig.

Sie beantragte deswegen eine Änderung des Steuerbescheids wegen "neuer Tatsachen". Diese ist zwar auch nach Ablauf der Einspruchsfrist noch möglich. Aber nur unter der Voraussetzung, dass den Steuerzahler keine Schuld am nachträglichen Bekanntwerden der Fakten trifft.

Diese Bedingung sah das Finanzgericht München nicht erfüllt. Es war der Ansicht, die Frau habe grob fahrlässig gehandelt. Aus den Steuererklärungsformularen und der beigefügten Anleitung gehe klar hervor, dass Arztkosten absetzbar sind. Auf dieser Basis hätte die Mandantin die Arbeit des Steuerberaters kontrollieren müssen. Eine Änderung des Steuerbescheids sei deshalb nicht mehr möglich (FG München, Urteil vom 29.11.2006, Az. 1 K 1078/05).

Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Die Betroffene hat Klage beim BFH eingereicht. Liegt Ihr Fall ähnlich und das Finanzamt weigert sich Ihren Bescheid zu ändern, sollten Sie Einspruch einlegen. Verweisen Sie auf die anhängige BFH-Klage und beantragen Sie Ruhen des Verfahrens bis zu einem höchstrichterlichen Urteil (Az. des BFH III B 15/07).

Das Urteil zeigt einmal mehr, dass Sie sich in steuerlichen Fragen nur auf sich selbst verlassen können. Ob Sie die Steuererklärung selbst anfertigen oder die Arbeit Ihres Beraters prüfen wollen - mit den Steuertipps haben Sie stets die aktuellsten Informationen griffbereit.

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