Spenden für Wikileaks in Deutschland weiter möglich und absetzbar

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Der weltweit in Bedrängnis geratenen Enthüllungsplattform Wikileaks muss in Deutschland derzeit keine Einschränkungen fürchten. Ein Sprecher des Regierungspräsidiums in Kassel relativierte einen Bericht des Düsseldorfer "Handelsblatt", dem zufolge der Wau-Holland-Stiftung als weltweit größtem Geldgeber von Wikileaks die Aberkennung ihres deutschen Steuerprivilegs drohe.

Dem Sprecher des Regierungspräsidiums zufolge wurde an die Stiftung zwar eine Mahnung wegen eines noch fehlenden Geschäftsberichts geschickt. Dies habe aber nichts mit Wikileaks zu tun. Es gebe auch keine Prüfung, ob der Stiftungszweck der Wau-Holland-Stiftung angesichts der Beziehung zu der Plattform noch erfüllt ist.

Die Wau-Holland-Stiftung betreibt ein Konto bei der Commerzbank in Kassel, auf dem Spenden für Wikileaks gesammelt werden, die von der Steuer absetzbar sind. Ein Sprecher der Commerzbank wollte sich nicht dazu äußern, ob womöglich Schritte gegen das Konto eingeleitet werden. Die Commerzbank kommentiere grundsätzlich keine Beziehungen zu Kunden. Der Online-Bezahldienst Paypal und das Kreditkartenunternehmen Mastercard hatten in den vergangenen Tagen Zahlungen an Wikileaks gesperrt.

Die Wau-Holland-Stiftung bezeichnet sich selbst als Stiftung im Umfeld des Chaos Computer Clubs. Der Namensgeber der Stiftung ist der 2001 verstorbene Journalist Herwart Holland-Moritz. Der Mitbegründer des Chaos Computer Club schrieb unter dem Pseudonym Wau Holland.

Die Stiftung ist nach eigenen Angaben Haupteinnahmequelle von Wikileaks. Von bisher 750.000 Euro an Spendengeldern wurden einem Bericht der Bielefelder Zeitung "Neue Westfälische" aus der vergangenen Woche zufolge neben Betriebskosten für Server und Datenverkehr auch die Gehälter und Spesen von zehn Angestellten von Wikileaks finanziert.

© AFP - Agence France Press

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