Sozialversicherung: Neue Bemessungsgrenzen für 2020

 - 

Das Bundeskabinett hat die neuen Rechengrößen in der Sozialversicherung für das Jahr 2020 beschlossen. Demnach steigen die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung sowie weitere wichtige Werte.

Rechengröße

West

Ost

Bezugsgröße in der Sozialversicherung

3.185 €/Monat*

3.010 €/Monat

Vorläufiges Durchschnittsentgelt für 2019 - allgemeine Rentenversicherung

40.551 €/Jahr

40.551 €/Jahr

Beitragsbemessungsgrenze allgemeine Rentenversicherung

6.900 €/Monat

6.450 €/Monat

Beitragsbemessungsgrenze knappschaftliche Rentenversicherung

8.450 €/Monat

7.900 €/Monat

Beitragsbemessungsgrenze gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

56.250 €/Jahr

56.250 €/Jahr

Bundeseinheitliche Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze) gesetzliche Krankenversicherung

62.550 €/Jahr

62.550 €/Jahr

* In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gilt dieser Wert bundeseinheitlich. Die abweichende Bezugsgröße "Ost" hat nur noch Bedeutung für die Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung.

Die Verordnung über maßgebende Rechengrößen in der Sozialversicherung für 2020 (Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020) wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erlassen. Der im September 2019 vorgestellte Referentenentwurf muss noch vom Kabinett beschlossen werden, anschließend muss der Bundesrat ihr zustimmen. Die Verordnung soll am 1.1.2020 in Kraft treten.

Was bedeuten die einzelnen Begriffe und Rechengrößen?

Bei den Rechengrößen in der Sozialversicherung handelt sich um Werte, die jährlich neu ermittelt und festgesetzt werden. Sie beeinflussen die Beiträge zur Sozialversicherung. Das betrifft die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Vorläufiges Durchschnittsentgelt: In der gesetzlichen Rentenversicherung entspricht es dem durchschnittlichen Brutto-Lohn oder -Gehalt eines beschäftigten Arbeitnehmers. Die den Sozialversicherungsrechengrößen 2020 zugrundeliegende Einkommensentwicklung im Jahr 2018 betrug in den alten Bundesländern 3,06 Prozent und in den neuen Bundesländern 3,38 Prozent. Entsprechend werden die Rechengrößen für 2020 in West und Ost angehoben.

Bezugsgröße: Sie hat für viele Werte in der Sozialversicherung Bedeutung. In der gesetzlichen Krankenversicherung wird danach die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage für freiwillige Mitglieder sowie für das Mindestarbeitsentgelt festgelegt. In der gesetzlichen Rentenversicherung hängt von ihr ab, wie viel Beitrag Selbstständige oder Pflegepersonen zahlen müssen.

Beitragsbemessungsgrenze: Sie markiert das Maximum, bis zu dem in den Sozialversicherungen Beiträge erhoben werden. Der über diesen Grenzbetrag hinausgehende Teil eines Einkommens ist beitragsfrei.

Versicherungspflichtgrenze: Wer über diese Grenze hinaus verdient, kann sich, wenn er möchte, bei einer privaten Krankenversicherung versichern. Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung ist zugleich die Jahresarbeitsentgeltgrenze.

(MB)

Weitere News zum Thema

  • Steuertermine Dezember 2019

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • Soli-Abschaffung für (fast) alle: Wo kommt er her, wo geht er hin?

    [] Der Bundesrat hat am 29.11.2019 dem Abbau des Solidaritätszuschlags zugestimmt. Damit ist es jetzt amtlich: Ab 2021 wird der Soli für rund 90% der heutigen Zahler vollständig wegfallen. Wer muss ihn künftig noch bezahlen? Warum gibt es ihn überhaupt? Und zahlen wir damit wirklich für den Aufbau Ost? mehr

  • Steuertermine November 2019

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • Steuerbescheid prüfen: So geht's

    [] Es gibt spannendere Texte als den Steuerbescheid, so viel ist sicher. Trotzdem sollten Sie ihn ganz genau lesen – auch wenn es schwerfällt und nach viel Arbeit aussieht. Unsere kostenlose Checkliste hilft Ihnen dabei. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.