So funktioniert der Arbeitnehmer-Pauschbetrag

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Den Pauschbetrag erhalten Sie, wenn Sie in Ihrer Steuererklärung keine Werbungskosten geltend machen oder wenn Ihre nachgewiesenen Werbungskosten niedriger als der Pauschbetrag sind. Können Sie Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag nachweisen, wird natürlich der höhere Betrag berücksichtigt.

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag (oder Werbungskosten-Pauschbetrag) beträgt 1.000,00 € jährlich (bis 2010 920,00 €). Er wird bereits während des Jahres monatlich beim Lohnsteuerabzug in den Lohnsteuerklassen I bis V berücksichtigt.

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag wird bei der Einkommensteuerveranlagung von den Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit (Bruttoarbeitslohn) abgezogen. Nur die danach verbleibenden Einkünfte versteuern Sie. Liegt Ihr Arbeitslohn unter 1.000,00 €, reduziert der Arbeitnehmer-Pauschbetrag Ihre Einnahmen auf 0,00 €. Er führt aber nicht zu negativen Einkünften (Verlusten).

Der Pauschbetrag darf nicht gekürzt werden

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag ist ein Jahresbetrag. Er wird nicht gekürzt, wenn das Arbeitsverhältnis nicht das ganze Jahr über bestanden hat.

Das Finanzamt darf den Arbeitnehmer-Pauschbetrag auch dann nicht kürzen, wenn feststeht, dass keine oder nur geringe Werbungskosten angefallen sind (BFH-Urteil vom 10.6.2008, VIII R 76/05, BStBl. 2008 II S. 937).

Wenn Sie mehrere Arbeitsverhältnisse haben

Auch wenn Sie ein zweites Arbeitsverhältnis haben, bekommen Sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag trotzdem nur einmal. Es ist nicht möglich, für das zweite Arbeitsverhältnis neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag Werbungskosten geltend zu machen.

Abzugsfähig sind die für beide Arbeitsverhältnisse insgesamt nachgewiesenen Werbungskosten, wenn sie zusammengerechnet den Arbeitnehmer-Pauschbetrag übersteigen.

Kein Werbungskostenabzug beim Mini-Job

Wer eine geringfügige Beschäftigung ausübt, die pauschal versteuert wird, bekommt für diesen 400,00-Euro-Job keinen Arbeitnehmer-Pauschbetrag und kann hierfür auch keine Werbungskosten geltend machen.

Das müssen Ehepartner wissen

Sind in einer Ehe beide Ehepartner berufstätig, hat jeder Ehepartner Anspruch auf den Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Jeder kann für sich entscheiden, ob er sich mit dem Pauschbetrag begnügt oder höhere Werbungskosten nachweist.

Sie können leider nicht einzelne Ausgaben nachweisen und für die übrigen Aufwendungen den Pauschbetrag in Anspruch nehmen.

Ausnahme Kinderbetreuungskosten bis 2011: Zählen diese zu den Werbungskosten, dürfen Sie sie zusätzlich zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag abziehen.

Arbeitslosengeld, Elterngeld und Abfindung

Erhalten Sie in einem Jahr Arbeitslosengeld oder andere Lohnersatzleistungen mit Progressionsvorbehalt, wird bei der Ermittlung des besonderen Steuersatzes der Arbeitnehmer-Pauschbetrag abgezogen, wenn Sie keinen Arbeitslohn beziehen.

Erhalten Sie neben dem Arbeitslohn eine Abfindung oder Vergütung für mehrjährige Tätigkeit, die nach der Fünftelregelung gemäß § 34 EStG begünstigt sind, berücksichtigt das Finanzamt den Arbeitnehmer-Pauschbetrag vorrangig beim normal zu versteuernden Arbeitslohn. Beziehen Sie im Jahr der Abfindungszahlung keinen Arbeitslohn aus dem bisherigen oder einem neuen Arbeitsverhältnis, wird der Arbeitnehmer-Pauschbetrag bei der Abfindung berücksichtigt (BFH-Urteil vom 29.10.1998, XI R 63/97, BStBl. 1999 II S. 588).

Erst am Jahresende lässt sich mit Gewissheit sagen, ob Ihre Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag unter- oder überschreiten. Deshalb empfehlen wir: Sammeln Sie von Jahresbeginn an sämtliche Belege über berufliche Ausgaben. Auch wenn die Grenze von 1.000,00 € am Jahresanfang kaum erreichbar erscheint, kann sie zum Beispiel durch einen Unfall auf dem Weg zur Arbeit schnell überschritten werden. Und dann wirkt sich jeder weitere Euro steuermindernd aus.

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