Selbstständige: Elektronische Abgabe der Steuererklärungen 2011

 - 

Viele Selbstständige wissen es noch gar nicht: Geht es nach dem Gesetz, müssen die Steuererklärungen für das Jahr 2011 elektronisch abgegeben werden.

Im Jahressteuergesetz 2010 wurde die elektronische Abgabepflicht für Steuererklärungen ab dem Veranlagungszeitraum 2011 beschlossen. Demnach müssen alle Steuerpflichtigen, die Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, Einkünfte aus Gewerbebetrieb und/oder Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft erzielen, ihre Anlage EÜR sowie ihre Einkommensteuer-, Umsatzsteuer- und Gewerbesteuererklärung für das Jahr 2011 dem Finanzamt elektronisch übermitteln. Die Abgabepflicht erstreckt sich sowohl auf hauptberuflich als auch nebenberuflich selbstständig tätige Personen.

Wird in einem Steuergesetz die elektronische Abgabe steuerlich relevanter Erklärungen oder Anträge festgelegt, taucht gewöhnlich eine sogenannte Härtefallregelung auf, die dem Finanzamt die Möglichkeit einräumt, einen Selbstständigen von der elektronischen Abgabepflicht zu befreien. Eine solche Härtefallregelung enthalten auch die Paragrafen 25 Abs. 4 EStG, 18 Abs. 3 UStG und 14a GewStG.

Hürde zur Anerkennung einer unbilligen Härte ist hoch

In der Vergangenheit hat sich allerdings gezeigt, dass die Hürde zur Anerkennung einer unbilligen Härte hoch liegt. Allein das Argument, keinen Computer oder Internetanschluss zu haben, reicht inzwischen nicht mehr aus, um die Finanzgerichte von einer unzumutbaren Härte zu überzeugen. Die Rechtsprechung der letzten Jahre zur elektronischen Abgabepflicht ist profiskalisch, stärkt der Finanzverwaltung also den Rücken.

Da die elektronische Abgabepflicht viele Selbstständige unvorbereitet trifft, stellt sich die Frage, wie die Finanzämter reagieren werden, wenn für das Kalenderjahr 2011 massenhaft Steuererklärungen in Papierform abgegeben werden. Wir gehen von einer kulanten Reaktion aus. Die Finanzämter werden Steuererklärungen für das Jahr 2011 in Papierform wohl noch akzeptieren und dann schriftlich auf die elektronische Abgabepflicht im Folgejahr hinweisen.

Weitere News zum Thema

  • Steuererklärung: Frist verpasst – was nun?

    [] Der 31.5.2018 ist vorbei, und wer verpflichtet war, eine Steuererklärung für das Jahr 2017 abzugeben, hatte dafür bis gestern Zeit. Für einen Antrag auf Fristverlängerung ist es jetzt natürlich zu spät. Aber wie schlimm ist die Situation wirklich? mehr

  • Steuertermine Juni 2018

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • Wer ein iPhone findet: Nicht zu früh freuen

    [] Sie haben ein iPhone gefunden? Und es – ganz vorbildlich – beim Fundbüro abgegeben? Dann ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass Sie nach sechs Monaten Post vom Amt erhalten. Das iPhone gehört Ihnen. Eigentlich. Doch was fangen Sie damit an? mehr

  • BFH hält Nachzahlungszinsen für verfassungswidrig

    [] Der Bundesfinanzhof zweifelt an der Verfassungsmäßigkeit von Nachzahlungszinsen für Verzinsungszeiträume ab dem Jahr 2015. Begründung: Die Bemessung des Zinssatzes ist realitätsfern und verletzt den allgemeinen Gleichheitssatz nach Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.