Schwere Geländewagen werden nach Hubraum besteuert – nicht nach Gewicht!

 - 

Ein Geländewagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 2,8 Tonnen ist nicht nach Gewicht, sondern – wie ein PKW – nach Hubraum zu besteuern. Das hat das Finanzgericht Hamburg entschieden.

Bis zum 30. April 2005 galten kraftfahrzeugsteuerrechtlich Geländewagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 2,8 t nicht als Personenkraftwagen. Folglich waren sie nicht nach Gewicht zu besteuern. Grundlage hierfür war § 23 Abs. 6a Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO), auf den das KraftStG mittelbar verwies. § 23 Abs. 6a StVZO aber wurde mit Wirkung vom 1. Mai 2005 aufgehoben. Seitdem ist kraftfahrzeugsteuerrechtlich eigenständig zu beurteilen, ob ein Fahrzeug als PKW nach Hubraum oder wie z. B. als LKW nach Gewicht zu besteuern ist.

Wie im Einzelfall besteuert wird, bestimmt sich im Rahmen einer Gesamtwürdigung aller Umstände. Berücksichtigt wird die objektive Beschaffenheit anhand von Bauart und Einrichtung des Fahrzeugs. Entscheidend ist aber auch Herstellerkonzeption. Dabei ist ausschlaggebend, ob das Fahrzeug überwiegend zur Personenbeförderung oder zur Güterbeförderung geeignet ist. Ist letzteres der Fall, kommt weiterhin eine Besteuerung als LKW infrage. Im entschiedenen Fall handelte es sich um einen Toyota Landcruiser, Typ J8. Dieser gilt steuerlich seit Mai 2005 als PKW (FG Hamburg, Urteil vom 21.05.2007, Az. 7 K 22/06).

Weitere News zum Thema

  • Steuererklärung: Frist verpasst – was nun?

    [] Der 31.5.2018 ist vorbei, und wer verpflichtet war, eine Steuererklärung für das Jahr 2017 abzugeben, hatte dafür bis gestern Zeit. Für einen Antrag auf Fristverlängerung ist es jetzt natürlich zu spät. Aber wie schlimm ist die Situation wirklich? mehr

  • Steuertermine Juni 2018

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • Wer ein iPhone findet: Nicht zu früh freuen

    [] Sie haben ein iPhone gefunden? Und es – ganz vorbildlich – beim Fundbüro abgegeben? Dann ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass Sie nach sechs Monaten Post vom Amt erhalten. Das iPhone gehört Ihnen. Eigentlich. Doch was fangen Sie damit an? mehr

  • BFH hält Nachzahlungszinsen für verfassungswidrig

    [] Der Bundesfinanzhof zweifelt an der Verfassungsmäßigkeit von Nachzahlungszinsen für Verzinsungszeiträume ab dem Jahr 2015. Begründung: Die Bemessung des Zinssatzes ist realitätsfern und verletzt den allgemeinen Gleichheitssatz nach Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.