Rückrufaktion für neues Formular "Anlage EüR"

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Was in der Automobilbranche schon fast zum Alltag gehört, spielt sich nun zum ersten Mal auch in der Steuerpolitik ab: Ein neues Formular ist beim Steuer-TÜV durchgefallen und wird zur Reparatur in die Berliner Zentralwerkstatt zurückgerufen.

Die "Anlage EÜR", die Selbstständige mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung ab 2004 abgeben sollten, war von Anfang an heftig umstritten. In den letzten Wochen wurde eine regelrechte Kampagne gegen das "bürokratische Schreckgespenst" geführt. Doch das Bundesfinanzministerium beharrte auf dem Formular. Allerdings erklärte es am 22.9.2004, bei Kleinunternehmern mit einem Jahresumsatz bis zu 17500 Euro auf die Abgabe des Formulars zu verzichten.

Doch das ist Schnee von gestern. Der lautstarke Protest von Parteien, Verbänden, Bundessteuerberaterkammer und anderen Interessenvertretern hatte schließlich Erfolg. Laut Pressemitteilung vom 30.9.2004 hat die Finanzministerkonferenz der 16 Bundesländer beschlossen, das Formular für das Jahr 2004 nicht anzuwenden. Selbstständige können also ihre Gewinnermittlung 2004 genauso wie bisher auf ein schlichtes weißes Blatt schreiben. Sie müssen die "Anlage EÜR" nicht ausfüllen und sich an kein vorgegebenes Schema halten.

Für 2005 soll ein völlig neues, einfacheres Formular erarbeitet werden. Viel Zeit dafür bleibt allerdings nicht, denn bis Jahresende muss das neue Formular unter Dach und Fach sein.

Zum Hintergrund: Selbstständige mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung konnten bisher ihre Gewinnermittlung nach eigenen Vorstellungen gestalten. Im Gegensatz zu einer Bilanz gab es hier nämlich keinerlei gesetzliche Vorschriften zum formalen Aufbau. Ab 2004 jedoch sollten diese Unternehmer ihrer Einkommensteuererklärung erstmals eine "Gewinnermittlung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck" beifügen (§ 60 Abs.4 EStDV) - laut amtlicher Begründung ein Beitrag zur Steuervereinfachung. Tatsächlich aber sollte die Standardisierung dem Finanzamt verbesserte Kontroll- und Vergleichsmöglichkeiten per Computerauswertung geben. In den "Steuertipps für Selbstständige" wurde das neue Formular bereits im Dezember 2003 abgedruckt und erläutert.

Unsere Meinung:
Dieser Zickzackkurs ist eine Zumutung für jeden betroffenen Selbstständigen. Außerdem ist weniger das Formular als vielmehr das unglaublich komplizierte Steuerrecht das eigentliche Problem. Und daran wird mit Sicherheit nichts geändert!

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