Realsplitting: Wenn der Ex-Ehepartner im Ausland lebt

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Zahlen Sie Ihrem Ex-Ehepartner Unterhalt, können Sie die entsprechenden Beträge als Sonderausgaben bis zu 13.805,- Euro im Jahr absetzen. Dieses »Realsplitting« machen Sie bei Ihrer Steuererklärung mit der Anlage U geltend. Das Finanzamt erkennt die Unterhaltszahlungen aber nur dann als Sonderausgaben an, wenn der Empfänger sie versteuern muss.

Das Realsplitting funktioniert auch, wenn der Unterhaltsempfänger in einem anderen Land der EU oder des europäischen Wirtschaftsraumes EWR lebt. Voraussetzung: Die Besteuerung der Unterhaltszahlungen beim Unterhaltsempfänger wird durch eine Bescheinigung der ausländischen Steuerbehörde nachgewiesen (§ 1a Abs. 1 Nr. 1 EStG).

Das funktioniert aber nicht in allen Ländern problemlos. Lebt Ihr Ex-Partner zum Beispiel in Österreich haben Sie schlechte Karten. Der Grund: In Österreich sind diese Unterhaltszahlungen nicht steuerpflichtig.

Ein Steuerzahler aus Bayern, dessen geschiedene Ehefrau in Salzburg lebt, hat deshalb vergeblich seine Unterhaltszahlungen als Sonderausgaben in seiner Steuererklärung geltend gemacht. Mit seiner Klage ist er bis vor den Europäischen Gerichtshof gezogen.

Leider ohne Erfolg! Die Richter des EuGH haben entschieden: Es verstößt nicht gegen das EU-Recht, wenn ein in Deutschland lebender Steuerpflichtiger seine Unterhaltsleistungen an die in Österreich lebende Ex-Ehefrau nicht abziehen kann (EuGH-Urteil vom 12.7.2005, Az. C-403/03).

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