"Oben ohne" Steuern sparen

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Es geht natürlich um Autos...: Wird das Gefährt, hier war es ein Cabrio, binnen eines Jahres nach Anschaffung wieder veräußert bedeutet das: Einen Gewinn müssen Sie versteuern, ein Verlust spart Steuern!

Der Fall: Der Kläger kaufte ein gebrauchtes BMW-Cabrio und veräußerte es mit Verlust innerhalb der Jahresfrist. Den Verlust machte er in seiner Steuererklärung geltend - zunächst allerdings vergeblich. Das Finanzgericht vertrat in erster Instanz die Auffassung, dass ein Auto als Gegenstand des täglichen Gebrauchs nicht unter dem Begriff "anderes Wirtschaftsgut" einzuordnen ist. Denn eine Wertsteigerung sei von vornherein ausgeschlossen.

Der BFH war jedoch anderer Meinung und entschied, dass der Verkauf des gebrauchten Cabrios innerhalb eines Jahres steuerbar ist. Hierbei entstehende Verluste können also steuermindernd geltend gemacht werden. Das gilt für alle Wirtschaftsgüter im Privatvermögen - und erfasst daher auch Wirtschaftsgüter des täglichen Gebrauchs (BFH, Urteil vom 22.04.2008, Az. IX R 29/06).

Das Steuer-Spar-Modell der Zukunft?

Dieses Urteil ist nicht nur ungewöhnlich - sondern eröffnet bisher ungeahnte Perspektiven: Sie haben sich letzte Woche einen neuen Luxus-Grill gekauft, verscherbeln ihn aber angesichts der trüben Wetteraussichten billig an den Nachbarn? Die neuen Inline-Skates verursachen Blasen - also bekommt sie Ihr Neffe für den halben Neupreis? Diese Verluste sollen Sie steuerlich geltend machen können!? Will der BFH hier wirklich ein neues Steuer-Spar-Modell einführen?

Oder ist das nur ein Steuer-Bonbon für schnell handelnde Steuerzahler? Denn ab 2009 gilt die Abgeltungsteuer - mit der Regelung, dass Verluste aus Aktiengeschäften nur noch mit Gewinnen aus gleichartigen Geschäften verrechnet werden können. Das müsste dann unseres Erachtens auch für das "Cabrio-Modell" gelten.

Wir werden der Sache nachgehen - und halten Sie natürlich auf dem Laufenden!

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