Neues zur doppelten Haushaltsführung bei Alleinstehenden ohne eigenen Hausstand

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Besonders viele junge, ledige Arbeitnehmer, die an ihrem Beschäftigungsort wohnen, ihren Lebensmittelpunkt aber weiterhin in der entfernt liegenden Wohnung der Eltern haben, können künftig weniger Werbungskosten geltend machen als bisher. Denn ab 2004 können Arbeitnehmer ohne eigenen Hausstand keine Kosten für eine sog. quasidoppelte Haushaltsführung mehr absetzen. Ein Erlass der Finanzverwaltung soll die Einzelheiten hierzu regeln. Dieses BMF-Schreiben lag bei Redaktionsschluss aber immer noch nicht vor. Wir werden Sie mit der nächsten Aktualisierung hierüber informieren.

Festzustehen scheint aber bereits jetzt, dass die Finanzverwaltung in diesen Fällen der eigentlich schon totgesagten Zweijahresfrist wieder zu neuem Leben verhelfen will. Das jedenfalls ergibt sich aus einer neuen Arbeitsanweisung der OFD Chemnitz. Danach sollen die Finanzämter bei einer doppelten Haushaltsführung ohne eigenen Hausstand in der Steuererklärung für das Jahr 2003 und allen noch offenen Fällen die Zweijahresfrist wieder anwenden. Die abenteuerliche Begründung: Da es sich bei der quasidoppelten Haushaltsführung um eine Billigkeitsregelung handele, greife hier der Wegfall der Zweijahresfrist nicht. Eine anders lautende Verfügung vom 16.2.2004 wird in diesem Punkt deshalb wieder einkassiert (Verfügung der OFD Chemnitz vom 22.3.2004, DB 2004 S.734).

Unser Steuertipp:

Sind Sie von diesem Sinneswandel der Finanzverwaltung betroffen, sollten Sie Einspruch einlegen. Für viele ein Rettungsanker könnte hier ein Finanzgerichtsurteil aus Brandenburg sein, in dem die Richter feststellen, dass für junge Arbeitnehmer in der Berufsausbildung die Zweijahresfrist nicht gilt (FG Brandenburg vom 18.2.2003, EFG 2003 S.715; Az. der Revision VIII R 32/03). Weisen Sie in ähnlich gelagerten Fällen auf diese Revision hin und beantragen Sie Ruhen des Verfahrens.

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