Krankhafter Querulant: Als Kläger ungeeignet

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Das FG Baden-Württemberg hat eine Klage mangels feststellbarer Prozessfähigkeit des Klägers als unzulässig abgewiesen. Bis es so weit kommt, muss man sich als Kläger schon ganz schön übel aufführen...

Deshalb brachten die Richter auch gleich mehrere Gründe vor, um ihre Entscheidung zu begründen.

  • Punkt 1: Die schiere Masse an Rechtsstreitigkeiten. So hatte der Kläger hier neben zahlreichen Verfahren beim Finanzgericht auch 160 Verfahren beim Sozialgericht, 170 Verfahren beim Verwaltungsgericht und 96 Verfahren bei Amts- und Landgerichten geführt.

  • Punkt 2: Das Auftreten. Der Kläger führte die Verfahren extrem aggressiv – was dazu führte, dass die Richter durchgreifende Bedenken an der Prozessfähigkeit des Klägers hatten.

  • Punkt 3: Mangelnde Mitwirkung. Um die Prozessfähigkeit festzustellen, hielt das Gericht eine psychologische Begutachtung des Klägers durch einen Sachverständigen für erforderlich. Nachdem der Kläger das Schreiben mit der Bitte um Zustimmung und Mitwirkung an seiner Begutachtung unbeantwortet gelassen hatte, wies das Finanzgericht schließlich die wegen Kraftfahrzeugsteuer erhobene Klage als unzulässig ab.

Die Richter erklärten, aufgrund der bisherigen Prozessaktivitäten des Klägers bestünden durchgreifende und mangels seiner Mitwirkung nicht ausgeräumte Bedenken an seiner Prozessfähigkeit. Gegen seine Prozessfähigkeit spreche nicht nur das bisherige Prozessverhalten mit einer kaum zu überschauenden Flut an Klagen und Anträgen vor vielen deutschen Gerichten, sondern auch die Art und Weise, wie er die Verfahren führe. Der Kläger splitte seine Prozessführung in eine Vielzahl nicht sachdienlicher Handlungen auf und habe offenkundig jeden Überblick über seine Verfahren verloren.

Da das Gericht keine Anhaltspunkte für die Prozessfähigkeit des Klägers habe und diese mangels seiner Mitwirkungsbereitschaft auch nicht positiv feststellen könne, müsse aufgrund der Vielzahl der beim Kläger offen zu Tage scheinenden Symptome von einer krankhaften Form der Querulanz und mithin Prozessunfähigkeit ausgegangen werden (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 22.07.2016, Az. 13 K 65/16).

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