Kommt die zweiseitige Steuererklärung?

Kommt die zweiseitige Steuererklärung?

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Angestellte und Beamte, die in den Städten Bochum, Geldern oder Herne wohnen, können dieses Jahr erstmalig eine vereinfachte Steuererklärung für 2003 abgeben. Dieses neue zweiseitige Formular soll den vierseitigen Mantelbogen der Steuererklärung und die Anlage N ersetzen. Auf diesem Vordruck finde der klassiche Arbeitnehmer nur die Eingabefelder, die er für seine Steuererklärung wirklich brauche. Damit läßt sich das Ausfüllen der Steuererklärungen spürbar vereinfachen. So zumindest preist die Finanzverwaltung dieses Modellprojekt, das bei positiver Resonanz in naher Zukunft landes- bzw. bundesweit eingesetzt werden soll.

Doch unsere Analyse ist ernüchternd: Eine Vereinfachung ist dieses zweiseitige Formular zweifelsohne ? vor allem für die Finanzverwaltung. Schließlich lassen sich auf zwei Seiten weniger steuermindernde Ausgaben eintragen als auf sechs Seiten. Auf dem Formular findet man natürlich nur die die gängigsten Abzugsmöglichkeiten wie Entfernungspauschale oder Vorsorgeaufwendungen.

Für Sie als Steuertipps-Leser jedenfalls ist diese vereinfachte Steuererklärung nicht geeignet. Denn Sie können nur die im Vordruck ausdrücklich bezeichneten Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen angeben. Und das sind nicht sehr viele! Wollen Sie darüber hinaus Kosten geltend machen (zum Beispiel für ein häusliches Arbeitszimmer oder eine doppelte Haushaltsführung), dürfen Sie das neue Formular nicht verwenden. Das gilt auch, wenn Sie neben Ihrem Arbeitslohn andere Einkünfte erzielen (etwa aus einer Rente, Vermietung oder aus Kapitalvermögen). Und Eltern müssen in jedem Fall die Anlage(n) Kind ausfüllen (zwei Seiten pro Kind!).

Schade um die Zeit also, sich mit dem neuen, ungewohnten Formular zu beschäftigen. Meist werden Sie nur feststellen, dass für Ihre Zwecke die bislang benutzten und bekannten Vordrucke nötig sind. Wir jedenfalls meinen: Steuervereinfachung wird nicht dadurch erreicht, dass man sechs Seiten Ausfüllformular (die ja auch eine Art Checkliste darstellen) auf zwei Seiten zusammenpfercht, sondern in dem man die mittlerweile wild wuchernden Paragrafen und Vorschriften reduziert.

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