Kirchensteuer an ausländische Religionsgemeinschaften

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Das Bundesfinanzministerium beschäftigte sich mit der Frage, ob Kirchensteuern an Religionsgemeinschaften in anderen EU-/EWR-Staaten als Sonderausgaben abzugsfähig sind.

In einem koordinierten Ländererlass ändern die Finanzminister ihre bisherige Meinung und geben folgende Antwort bekannt:

An der bisherigen Verwaltungsauffassung, nach der ausschließlich Kirchensteuer an inländische Körperschaften des öffentlichen Rechts steuerlich abziehbar war, wird nicht mehr festgehalten.

Auch Kirchensteuerzahlungen an Religionsgemeinschaften in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) oder des  Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sind Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG. Das gilt jedoch nur, wenn die Religionsgemeinschaften die Voraussetzungen für eine Anerkennung als Körperschaften des öffentlichen Rechts in Deutschland erfüllen.

Das trifft nur auf wenige Religionsgemeinschaften zu:

EU-/EWR-Staat Name der nationalen Kirchensteuer Staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften
Dänemark Kirkestat Evangelisch-lutherische Staatskirche - Folkekirken
Finnland Kirkollisvero/Kyrkoskatt Evangelisch-lutherische und orthodoxe Staatskirche

Aber vielleicht werden ja künftig noch mehr Religionsgemeinschaften in die Liste aufgenommen - die Finanzminister haben den Weg dafür ausdrücklich offen gelassen. Im BMF-Schreiben heißt es: Soweit Religionsgemeinschaften zwar in den aufgeführten EU-/EWR-Staaten ansässig, jedoch nicht in der Tabelle aufgeführt sind, sind für die fiktive Einordnung als Körperschaft des öffentlichen Rechts die zuständigen Innen- oder Kultusbehörden einzubeziehen (BMF-Schreiben / koordinierter Ländererlass vom 16.11.2010, Az. IV C 4 - S-2221 / 07 / 0004).

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