Kfz-Haftpflichtversicherung: Wichtiges Urteil zur Bemessung von Schmerzensgeld

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 Wer als Fußgänger betrunken von einem Auto angefahren wird und schwere Schäden davonträgt, hat dennoch Anspruch auf hohes Schmerzensgeld. Dies entschied das Landgericht Detmold mit einem Urteil, das jetzt veröffentlich wurde (Az. 9 O 265/98).

Das Besondere dieses Falles: Die Richter sprachen einem Schwerstbehinderten ein in dieser Höhe bislang ungewöhnliches Schmerzensgeld in Höhe von ? 350.000,-. Der Mann hatte als 19jähriger betrunken eine Straße überquert und war von einem Auto mit überhöhter Geschwindigkeit erfasst worden. Bei dem Unfall erlitt der Mann ein schweres Hirn-Trauma mit einem Hirnödem, multiplen Hirnblutungen und einer spastischen Lähmung. Seitdem ist er bettlägerig, kann weder sprechen noch schlucken und sich nur mit zwei Fingern verständlich machen.

Bislang war es Tenor in der Rechtsprechung, dass bei der Bemessung des Schmerzensgeldes auch das Verschulden des Schädigers zu berücksichtigen sei. Dem widersprachen die Detmolder Richter: Die Höhe des Schmerzensgeldes könne nicht länger vorrangig vom Verschulden des Schädigers abhängig gemacht werden, entscheidend sei vielmehr der Grad der Verletzung. Schließlich könne schon der kleinste Fehler im Straßenverkehr schwerste Folgen haben. Auf die Mitschuld des Fußgängers, der unter erheblichem Alkohol-Einfluss stand, ging das Gericht dementsprechend nicht näher ein. Sie wurde zumindest faktisch als weniger schwerwiegend eingestuft als die überhöhte Geschwindigkeit des Autofahrers, dessen Kfz-Haftpflichtversicherung nun für das Schmerzensgeld aufkommen muss.

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