Kettenschenkung: Steuerersparnis nur unter bestimmten Bedingungen

 - 

Innerhalb der Verwandtschaft gelten zum Teil ungünstige Steuerfreibeträge, zum Beispiel zwischen Schwiegereltern und -kindern. Durch eine Kettenschenkung kann hier oft viel Schenkungsteuer gespart werden – allerdings muss man sich an bestimmte Regeln halten.

Damit die Steuervorteile realisiert werden können, sind drei Beteiligte und zwei Übertragungsvorgänge erforderlich. Diese müssen so gestaltet werden, dass die Finanzverwaltung sie als voneinander getrennte Schenkungen anerkennt.

Das Finanzamt sollte nicht den Eindruck bekommen, es handele sich lediglich um eine andere Gestaltung eines geplanten einheitlichen Übertragungsvorgangs, beispielsweise von der Schwiegermutter auf die Schwiegertochter. Genau das war nämlich in einem vom FG München entschiedenen Fall passiert: Hier hatte die Mutter ihrem Sohn ein Haus geschenkt, dass dieser noch am selben Tag seiner Frau (zur Hälfte) weiterschenkte. Da die Schenkungsverträge in einem Zug abgeschlossen worden waren, gingen Finanzamt und Finanzgericht davon aus, dass der Sohn hinsichtlich des weitergereichten Miteigentums nicht bereichert war und somit die Mutter ihrer Schwiegertochter schenkungsteuerrechtlich das Miteigentum zuwandte (FG München, Urteil vom 25.5.2011, Az. 4 K 960/08). Vor Gericht stellte sich heraus, dass die Kettenschenkung zwischen Mutter, Sohn und Schwiegertochter abgestimmt gewesen war.

Konsequenz: Es handelte sich um einen steuerlichen Gestaltungsmissbrauch nach § 42 AO, die gewünschten Steuervorteile sind verloren.

So wird die Kettenschenkung anerkannt

Damit die Schenkungen als einzelne Übertragungen anerkannt werden, müssen Sie verschiedene Punkte einhalten:

  • Keine Schenkung mit Auflage zur Weitergabe
    Die Schenkung muss vorbehaltlos erfolgen. Fatal wäre es, wenn Sie dem Beschenkten in einem Schenkungsvertrag auferlegen würden, den Betrag später an eine andere Person weiterzugeben. Denn dann kann der Beschenkte nicht selbst über die Mittel frei verfügen. Hier wird die Steuer wie bei einer direkten Schenkung an den endgültigen Empfänger ermittelt.
  • Vermeiden Sie die Übertragung identischer Beträge
    Vermeiden Sie es, den gleichen Betrag zu verschenken, der später weitergeschenkt werden soll. Auch das deutet für das Finanzamt darauf hin, dass die Schenkung den Beschenkten nur mit den Mitteln für eine spätere Schenkung ausstatten soll.
  • Lassen Sie zwischen den Schenkungen eine Zeit vergehen
    Ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen den einzelnen Schenkungen führt dazu, dass die Übertragungen als einheitlicher Übertragungsvorgang angesehen werden – siehe oben! Dann sieht das Finanzamt darin einen Gestaltungsmissbrauch und muss den Vorgang nicht anerkennen. Lassen Sie deshalb zwischen den einzelnen Schenkungen einige Monate oder besser noch mehr als ein Jahr vergehen.

Weitere News zum Thema

  • Steuererklärung: Frist verpasst – was nun?

    [] Der 31.5.2018 ist vorbei, und wer verpflichtet war, eine Steuererklärung für das Jahr 2017 abzugeben, hatte dafür bis gestern Zeit. Für einen Antrag auf Fristverlängerung ist es jetzt natürlich zu spät. Aber wie schlimm ist die Situation wirklich? mehr

  • Steuertermine Juni 2018

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • Wer ein iPhone findet: Nicht zu früh freuen

    [] Sie haben ein iPhone gefunden? Und es – ganz vorbildlich – beim Fundbüro abgegeben? Dann ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass Sie nach sechs Monaten Post vom Amt erhalten. Das iPhone gehört Ihnen. Eigentlich. Doch was fangen Sie damit an? mehr

  • BFH hält Nachzahlungszinsen für verfassungswidrig

    [] Der Bundesfinanzhof zweifelt an der Verfassungsmäßigkeit von Nachzahlungszinsen für Verzinsungszeiträume ab dem Jahr 2015. Begründung: Die Bemessung des Zinssatzes ist realitätsfern und verletzt den allgemeinen Gleichheitssatz nach Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.