Kein Vertrauensschutz: Finanzamt kann jedes Jahr neu über die Anerkennung Ihrer Kosten entscheiden

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Es passiert immer wieder: Jahrelang hat das Finanzamt Ihre Kosten ohne Probleme anerkannt. Doch von einem auf das andere Jahr ändert es plötzlich seine Meinung und setzt den Rotstift an. Darf das Finanzamt das? Leider ja!

Denn ob das Finanzamt Ihre Aufwendungen anerkennt, darf es in jedem Jahr neu entscheiden. Grund ist die »Abschnittsbesteuerung«: Jedes Kalenderjahr wird nur für sich betrachtet. Welche Kosten das Finanzamt in anderen Jahren anerkannt hat, spielt keine Rolle.

Es ist also durchaus möglich und auch zulässig, dass der Finanzbeamte in einem Folgejahr zu einer anderen Einschätzung kommt und Ihnen die Anerkennung von Kosten verweigert. Es gibt keinen Vertrauensschutz. Das Finanzamt ist nicht an die frühere Handhabung gebunden, es kann jederzeit eine gewandelte Rechtsauffassung zugrunde legen. Diese ständige Rechtsprechung hat der Bundesfinanzhof in einem Beschluss wieder bestätigt (BFH-Beschluss vom 2.8.2004, BFH/NV 2005 S. 68).

Ausnahme: Aufwendungen, die sich über mehrere Jahre erstrecken. Sind sie einmal anerkannt, ist auch in den folgenden Jahren mit einer Anerkennung zu rechnen. Das betrifft zum Beispiel Abschreibungen oder die Kosten einer mehrjährigen Fortbildung.

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