Kaskoversicherung: Stecken gelassener Zündschlüssel nicht immer grob fahrlässig

 - 

Ein Versicherungsnehmer hatte sein Fahrzeug an der Zapfsäule mit steckendem Zündschlüssel stehen lassen und sich zum Zahlen an die Kasse begeben. Seine Mutter wartete währenddessen rechts neben dem Fahrzeug. Diesen kurzen Zeitraum nutzte ein Dieb, der sich kurzerhand ins Fahrzeug setzte und davonraste. Die Teilkaskoversicherung des Versicherungsnehmers verweigerte trotz des dreisten Diebstahls die Entschädigungsleistung. Begründung: Der Mann hätte den Schlüssel nicht stecken lassen dürfen. Dadurch habe er den Diebstahl grob fahrlässig ermöglicht.

Damit kam die Versicherungsgesellschaft beim Oberlandesgericht Frankfurt nicht durch. Zwar sei das Verhalten des Versicherungsnehmers objektiv ein Verstoß gegen den erforderlichen Sicherheitsstandard. Subjektiv - und darauf kommt es auch an - könne man ihm aber keinen Vorwurf machen. Schließlich habe er das Fahrzeug nicht unbeaufsichtigt zurückgelassen, zumal das Fahrzeug vorn und hinten eingekeilt gestanden habe. Er konnte nicht damit rechnen, dass dies auf einem Plan mehrerer gerissener Täter beruhte. Im Ergebnis musste die Versicherung den Schaden also ersetzen (OLG Frankfurt, Urteil v. 11.9.2002, NJW-RR 2003 S. 602).

Unser Rechtstipp:

Wenn Sie weitere wichtige Entscheidungen nachlesen wollen, mit denen Sie sich dem Vorwurf der groben Fahrlässigkeit bei einem Kaskoschaden entziehen können, sollten Sie sich anhand unseres Beitrags zur Kfz-Versicherung in den Rechtstipps informieren.

Weitere News zum Thema

  • 3. Sommerinterview bei Steuertipps

    [] Von August bis Mitte September stellen wir Ihnen jeden Mittwoch eine Kollegin oder einen Kollegen aus dem Verlag vor. Heute berichtet unser E-Commerce-Manager Thomas Weber über seine abwechslungsreiche Arbeit. mehr

  • 2. Sommerinterview bei Steuertipps

    [] Von August bis Mitte September stellen wir Ihnen jeden Mittwoch eine Kollegin oder einen Kollegen aus dem Verlag vor. Heute erzählt unsere Marketing Managerin Chiara Albertini über ihren abwechslungsreichen Beruf. mehr

  • Ist das besondere Kirchgeld verfassungsgemäß?

    [] Bei einer glaubensverschiedenen Ehe dürfen die Kirchen das besondere Kirchgeld verlangen. Es betrifft Ehepartner, wenn zum Beispiel nur einer Kirchenmitglied ist. Zuletzt hatte das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2010 die Verfassungsmäßigkeit des besonderen Kirchgeldes bestätigt. Nun hat es wieder Gelegenheit, sich damit auseinanderzusetzen. mehr

  • 1. Sommerinterview bei Steuertipps

    [] Von August bis Mitte September stellen wir Ihnen jeden Mittwoch eine Kollegin oder einen Kollegen aus dem Verlag vor. Heute gibt Ihnen Isabella Gérard aus dem Kundenservice Einblicke in ihre Arbeit. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.