Jahressteuergesetz 2013: Lohnsteuer-Nachschau geplant

 - 

Mit dem Jahressteuergesetz 2013 soll die Möglichkeit einer Lohnsteuer-Nachschau eingeführt werden. Die mit der Nachschau Beauftragten sollen dann während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten ohne vorherige Ankündigung und außerhalb einer Lohnsteuer-Außenprüfung Grundstücke und Räume betreten dürfen.

Wohnräume dagegen dürfen gegen den Willen des Inhabers nur zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung betreten werden, sieht der neue § 42g EStG vor.

Die Lohnsteuer-Nachschau soll der Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Einbehaltung und Abführung der Lohnsteuer dienen und ein Verfahren zur zeitnahen Aufklärung steuererheblicher Sachverhalte sein.

Umfangreiche Mitwirkungspflichten der Betroffenen

Die von der Lohnsteuer- Nachschau betroffenen Personen sind verpflichtet, dem mit der Nachschau Beauftragten auf Verlangen Lohn- und Gehaltsunterlagen, Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und andere Urkunden über die der Lohnsteuer-Nachschau unterliegenden Sachverhalte vorzulegen und weitere Auskünfte zu erteilen.

Übergang zur Lohnsteuer-Außenprüfung möglich

Wenn die bei der Lohnsteuer-Nachschau getroffenen Feststellungen hierzu Anlass geben, kann ohne vorherige Prüfungsanordnung zu einer Lohnsteuer-Außenprüfung übergegangen werden. Diese muss normalerweise vorher schriftlich angekündigt werden – die neue Lohnsteuer-Nachschau würde hier also den Weg deutlich abkürzen. Eine ähnliche Regelung gibt es übrigens bereits mit der Umsatzsteuer-Nachschau, die zu einer Umsatzsteuer-Prüfung ausgeweitet werden kann.

Wann kann die Regelung in Kraft treten?

Das Jahressteuergesetz 2013 soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden, sodass die Regelung schon 2013 in Kraft treten könnte. Zurzeit ist der Vorschlag Teil der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses des Bundestags (BT-Drs. 17/11190).

Weitere News zum Thema

  • Finanzamt erfasst Rente falsch: keine offenbare Unrichtigkeit

    [] Der Finanzbeamte wird ich wohl etwas dabei gedacht haben, wenn er von der Steuererklärung abweicht und sich nur auf die ihm vorliegenden elektronischen Daten bezieht. Das meint das FG Münster und ließ die Änderung des bestandskräftigen Steuerbescheids nicht zu. mehr

  • Nicht jeder muss eine Steuererklärung abgeben

    [] ...aber jeder darf! Oft erhalten genau diejenigen Steuerzahler, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, eine Steuererstattung. Will das Finanzamt wider Erwarten doch Geld sehen, kann die Steuererklärung zurückgenommen werden. mehr

  • Vorschau: Das will der BFH 2017 entscheiden

    [] Der BFH hat eine Liste derjenigen Verfahren veröffentlicht, bei denen voraussichtlich im laufenden Jahr mit einer Entscheidung gerechnet werden kann. Wir haben die wichtigsten Verfahren aus den Bereichen Kapital, Vermietung, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Erbschaft- und Schenkungsteuer für Sie zusammengestellt. mehr

  • Statistisches: Verfahren am Bundesfinanzhof

    [] Auch im Jahr 2016 bestätigen die statistischen Zahlen die positive Entwicklung der letzten Jahre , teilt der Bundesfinanzhof erfreut mit. Von wie vielen Verfahren sprechen wir hier? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.