Jahressteuergesetz 2010 soll die Förderung bei haushaltsnahen Dienstleistungen einschränken

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20 Prozent der Lohn-, Maschinen- und Fahrtkosten eines Handwerkers, höchstens jedoch bis 1.200 Euro, dürfen Sie ab 2009 in Ihrer Steuererklärung ansetzen.

Darunter fallen alle handwerklichen Tätigkeiten für zu eigenen Wohnzwecken genutzte Räume und Außenanlagen vom Hauseigentümer oder Mieter im Inland sowie im EU-Ausland. Auch Handwerkerleistungen der eigengenutzten Zweit-, Wochenend- oder Ferienwohnung sind absetzbar.

Nach dem Entwurf des Jahressteuergesetz 2010 soll es zu einer Einschränkung kommen.

Die Steuerermäßigung für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen gilt längst nicht für Maßnahmen, die nach dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW Förderbank durch zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse gefördert werden. Der Sinn dieses Ausschlusses besteht darin, die mit öffentlichen Mitteln geförderten Maßnahmen nicht doppelt vom Staat zu begünstigen.

Der Ausschluss wird nun ab Neujahr 2011 auf weitere Förderprogramme ausgeweitet:

  • Altersgerechte Umbauten,
  • die Förderung energetischer Renovierung,
  • die Hilfen für die Erhaltung und Modernisierung von Gebäuden oder -teilen sowie
  • vergleichbare Förderprogramme der Länder, wie etwa in Hamburg für Wärmeschutzmaßnahmen.

Dafür werden zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln gewährt. Diese geförderten Maßnahmen werden allgemein und nicht unter spezieller Benennung der Programme aus dem Anwendungsbereich für haushaltsnahe Dienstleistungen im Einkommensteuergesetz herausgenommen. Der Ausschluss der steuerlichen Ermäßigung greift hingegen nur bei tatsächlicher Inanspruchnahme eines zinsverbilligten Darlehens oder dem tatsächlichem Erhalt eines steuerfreien Zuschusses. Der bloße Anspruch auf eine solche Förderung verhindert nicht die Steuerermäßigung.

Steuertipp
Um den Steuerabzug zu retten, sollten bereits angedachte Maßnahmen im Jahr 2010 durchgeführt werden. Die o.g. Gesetzesänderung ist erstmals für im Veranlagungszeitraum 2011 geleistete Aufwendungen anzuwenden, soweit die den Aufwendungen zu Grunde liegenden Leistungen nach 2010 erbracht worden sind. Nachteilig für Sie wäre, eine Arbeit 2011, nicht aber die Bezahlung der Rechnung 2011, sofern Sie die Handwerkerleistung bereits 2010 in Anspruch genommen haben.

 

 

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