Hausratversicherung: Ausweis und Schlüssel in einer Tasche nicht fahrlässig

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Dass Versicherungen sich immer wieder gerne im Schadensfall vor der Zahlung drücken ist leider keine Seltenheit. Den Versicherten bleibt dann nur noch der Gang vor ein Gericht, um ihre Ansprüche gegenüber der Versicherungsgesellschaft durchzusetzen. So auch in dem folgenden Fall vor dem Landgericht Berlin.

Diebe hatten einem Mann seine Tasche samt Ausweis und Schlüsseln gestohlen und waren dann bei ihm zu Hause eingebrochen. Der Versicherer wollte den Schaden nicht ersetzen, weil der Versicherungsnehmer auf dem Weg zur Arbeit den Geldbeutel mit seinen Papieren und den Schlüsseln in seiner Aktentasche transportiert hatte. Während einer S-Bahn-Fahrt war ihm beides aus der geschlossenen Tasche gestohlen worden. Der Mann reagierte zwar schnell und informierte die Polizei. Doch die Diebe waren schneller. Sie hatten immerhin Adresse und Schlüssel.

Der Hausratversicherer argumentierte, er müsse nicht zahlen, weil der Versicherte den Einbruch selbst verschuldet habe. Dem folgte das Gericht nicht. Wer Ausweispapiere und Schlüsselbund zusammen in einer Tasche aufbewahrt, verhält sich nicht grob fahrlässig, so das Landgericht Berlin.

Es sei lebensfremd, zu verlangen, dass ein Mensch seinen Geldbeutel und seine Hausschlüssel getrennt verwahren und transportieren solle. Der Hausratversicherer muss laut Urteil für den Schaden aufkommen. (AZ: 7 O 386/03)

 

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