Hartz IV: Teil 2 - Wie viel Geld bekomme ich?

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Wer ab 1.1.2005 Arbeitslosengeld II bekommt, der will vor allem eines wissen: Bekomme ich genauso viel, weniger oder vielleicht doch mehr Geld als bisher? Im zweiten Teil unserer Beitragsserie lesen Sie, mit wie viel Sie in Zukunft rechnen können.

Regelleistungen

Die Höhe des Arbeitslosengeldes II wird - anders als das "normale" Arbeitslosengeld - nicht auf Grundlage Ihres letzten Einkommens berechnet. Stattdessen gibt es pauschale Leistungssätze, die sog. Regelleistungen . Diese sind in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich.

Das sind die Regelleistungen des ALG II

  Alte Bundesländer (einschl. Berlin) Neue Bundesländer
Alleinstehende, Alleinerziehende 345 ? 331 ?
(Ehe-) Partner je 311 ? je 298 ?
Kind bis 14 Jahre je 207 ? je 199 ?
Kind ab 14 bis 18 Jahre je 276 ? je 265 ?

Hinzu kommen die Mietkosten (einschließlich Nebenkosten für Müllabfuhr usw.) für eine angemessene Wohnung sowie die Heizkosten. Strom und Warmwasser müssen selbst gezahlt werden. Wenn die Kosten für Warmwasser in den Heizkosten enthalten sind, werden von diesen pauschal 18% abgezogen. Die verbleibenden 82% werden als Heizkosten übernommen.

Beispiel 1

Hans und Lisa Müller wohnen mit ihrer 13-jährigen Tochter Lena in Ravensburg (alte Bundesländer). Für ihre 70qm große Wohnung (3 Zimmer) fallen monatlich 500 ? an.
Familie Müller erhält Regelleistungen in Höhe von 311 ? + 311 ? + 207 ? = 829 ? plus Kosten für Unterkunft und Heizung (500 ?), also 1.329 ? pro Monat.

Beispiel 2

Der Bruder von Hans Müller, Lothar Müller, lebt mit seiner Frau Inge und dem 17-jährigen Sohn Kevin in Erfurt (neue Bundesländer). Auch sie wohnen in einer 70qm großen 3-Zimmer-Wohnung, monatliche Kosten: 450 ?.
Die Müllers aus Erfurt erhalten monatlich 298 ? + 298 ? + 265 ? = 861 ? sowie die Kosten für Unterkunft und Heizung (450 ?).
Insgesamt sind das 1.311 ?.

Mehrbedarf
Zusätzlich zum Arbeitslosengeld II können so genannte Mehrbedarfe geleistet werden. Das ist zum einen eine finanzielle Unterstützung für Schwangere (17% der Regelleistung ab der 13. Schwangerschaftswoche) und für einmalige Bedarfe. Dazu gehören zum anderen aber auch zum Beispiel Klassenreisen (in angemessenem Rahmen), Erstausstattung mit Hausrat und Möbeln u. ä.

Zuschläge
Zuschläge
gibt es außerdem für diejenigen Antragsteller, bei denen der Wechsel vom Arbeitslosengeld zur Arbeitslosenhilfe innerhalb der letzten zwei Jahre vor Einführung des ALG II erfolgte. Betroffen sind also alle, die frühestens seit dem 2. 1. 2003 Arbeitslosenhilfe erhalten; sie bekommen zusätzlich zum ALG II den sog. Härtefallzuschuss, der aber u. a. vom Familienstand abhängig und auf zwei Jahre befristet ist. Die Zweijahresfrist beginnt dabei mit dem übergang vom Arbeitslosengeld zur Arbeitslosenhilfe. Der Härtefallzuschuss stellt eine übergangsregelung dar, die nur bis zum 31. 1.2006 gilt.

Für Alleinstehende beträgt der Zuschuss höchstens ? 160,- / Monat, für Paare maximal ? 320,- / Monat. Pro Kind unter 18 Jahren gibt es zusätzlich ? 60,- im Monat. In dieser Höhe werden die Zuschläge allerdings nur 12 Monate lang gezahlt; danach gibt es nur noch die Hälfte!

Und so wird der Härtefallzuschuss berechnet:
( Höhe des zuletzt bezogenen ALG I ./. Höhe des zu zahlenden ALG II ) x 2/3= Höhe des Härtefallzuschusses, höchstens jedoch die oben genannten Beträge.

Beispiele

Nina Alt ist arbeitslos und erhält seit dem 1. 6. 2004 statt Arbeitslosengeld Arbeitslosenhilfe. Ab dem 1. 1. 2005 erhält sie noch fünf Monate lang den vollen, danach den gekürzten Zuschuss. Da die übergangsregelung am 31. 1. 2006 ausläuft, bekommt sie ab dem 1. 2. 2006 keinen Zuschuss mehr.

Karsten Berg hat Anspruch auf Arbeitslosengeld (I) bis zum 31. 1. 2005. Ab dem 1. 2. 2005 erhält er ALG II und für zwölf Monate den vollen Härtfallzuschuss. Da es ab dem 1. 2. 2006 keinen Härtefallzuschuss mehr gibt, fällt in seinem Fall die Zahlung des geminderten Zuschusses komplett weg.

Peter Stein bezieht seit dem 1. 4. 2003 Arbeitslosenhilfe, davor lebte er von Arbeitslosengeld. Bei ihm wird so gerechnet: Vom 1. 4. 2003 bis zum 31. 3. 2004 hätte er den vollen Zuschuss erhalten (hätte es ihn damals schon gegeben). Ab dem 1. 4. 2004 bis zum 31. 3. 2005 hat er Anspruch auf den um 50 % geminderten Zuschuss. Herr Stein bekommt also vom 1. 1. 2005 bis zum 31. 3. 2005 den gekürzten Härtefallzuschuss.

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