Handwerkerleistungen: Sind nur "im" Haushalt ausgeführte Arbeiten begünstigt?

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Die Steuerabzugsbeträge für haushaltsnahe Hilfen erhalten Sie nur für Arbeiten, die in Ihrem Haushalt ausgeführt werden. Der BFH muss jetzt entscheiden, ob auch Handwerkerleistungen gefördert werden, die teilweise in der Werkstatt des Handwerkers erbracht werden.

Beispiel

Sie lassen sich von Ihrem Schreiner einen passgenauen Waschtisch in Ihr Badezimmer einbauen. Der Schreiner misst vor Ort aus, macht in seinem Büro den Bauplan, baut in seiner Werkstatt das Möbelstück und baut es vor Ort ein.

Von den Gesamtarbeitskosten ist nur der Teil begünstigt, der auf die Arbeiten vor Ort entfällt - also das Ausmessen und der Einbau. Die Arbeiten, die der Schreiner in seinen Räumen ausführt, sind hingegen nicht begünstigt - also das Erstellen des Bauplans und das Bauen des Möbelstückes.

Nun muss der BFH entscheiden, ob die gesamte Arbeitsleistung begünstigt sein muss (FG München, Urteil vom 14.7.2009, Az. 13 K 55/08; Az. der Revision beim BFH: VI R 3/10). In diesem Verfahren geht es um Handwerkerleistungen, die teils beim Kunden, teils in der Werkstatt des Handwerkers erbracht worden sind.

Falls der BFH zugunsten des Klägers entscheiden sollte, hat das u.E. weitreichende Folgen: Konsequent umgesetzt würde das bedeuten, dass wesentlich mehr Leistungen, die ein privater Haushalt in Anspruch nimmt, unter die Förderung fallen müssten. Zu nennen sind hier beispielsweise die Leistungen einer Wäscherei oder einer Kfz-Werkstatt.

Zwar ist ein steuerzahlerfreundliches Urteil unwahrscheinlich. Immerhin handelt es sich um eine begünstigende Vorschrift, zu der der Gesetzgeber nicht verpflichtet ist. Dennoch sichern Sie sich bitte Ihre Rechtsposition: Legen Sie Einspruch ein und beantragen Sie mit Hinweis auf die Revision VI R 3/10 das Ruhen des Verfahrens. Das gilt auf jeden Fall für Handwerkerleistungen. Auch bei anderen Leistungen, die gefördert werden würden, wenn sie in Ihrem Haushalt ausgeführt worden wären, können Sie Ihr Glück versuchen. Allerdings ist zu befürchten, dass der Finanzbeamte in diesen Fällen das Verfahren nicht ruhen lässt, weil es im Verfahren nur um Handwerkerleistungen geht.

 

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