Haftungsrecht: Heimwerker unbedingt aufpassen!

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Bei Frischbeton Herstellerhinweise lesen

Ein Heimwerker, der sein Badezimmer renovieren wollte, ließ sich Frischbeton zur sofortigen Verarbeitung anliefern. Bei der Anlieferung unterschrieb er einen Lieferschein. Darauf befand sich der Hinweis, dass der Frischbeton alkalisch ist und deshalb Haut und Augen zu schützen sind. Bei Berührung muss man gründlich mit Wasser spülen und bei Augenkontakt sogar unverzüglich zum Arzt gehen. Der Heimwerker, der keinen besonderen Schutzanzug trug, merkte schon nach einigen Minuten bei der Verarbeitung des Betons, dass er sich durch die reizend-ätzende Wirkung des Materials erhebliche Hautverletzungen zugezogen hatte. Wegen der starken Schmerzen und einer mehrwöchigen Arbeitsunfähigkeit verklagte er den Hersteller auf Schmerzensgeld.

Das nützte ihm wenig, denn das Oberlandesgericht Celle entschied, der Hinweis auf dem Lieferschein war ausreichend, ihn vor den Gefahren zu warnen. Zumal die Absätze durch ein dunkelrot-orange gehaltenes Quadrat und dem darunter befindlichen Zusatz »reizend« markiert waren.
(OLG Celle, Urteil v. 12.1.2003, VersR 2004 S. 864)

Kein Versicherungsschutz bei Schäden am Bau durch Do-it-yourself-Handwerker

Ein Hauseigentümer, der keine Fachkenntnisse im Umgang mit Baggern hatte, hob mit einem Bagger eine 2,5 m tiefe und 50 m2 große Baugrube aus. Die Grube grenzte unmittelbar an das Haus des Sohnes, wo ein Anbau entstehen sollte. Nachdem schon die Bodenplatte gegossen worden war, geriet das Haus des Sohnes in eine Schieflage, sodass Risse daran entstanden. Für diese Schäden wollte der Hobbybaggerfahrer seine Privathaftpflicht in Anspruch nehmen.

Die Versicherung weigerte sich allerdings zu zahlen und bekam auch vor dem Oberlandesgericht Oldenburg Recht. Das Gericht ging davon aus, dass der Mann mit seiner Baggeraktion einer ungewöhnlichen und gefährlichen Beschäftigung nachgegangen ist. Und dafür muss eine Privathaftpflichtversicherung nach ihren Bedingungen nicht zahlen.
(OLG Oldenburg, Beschluss v. 20.4.2004, Az. 3 W 5/04)

Unser Rechtstipp:

Das Gericht hielt in der Entscheidung gleichzeitig fest, woran man erkennen kann, ob man als begeisterter Do-it-yourself-Handwerker versicherungsrechtlich noch im »grünen Bereich« ist. So sollen die Grenzen da überschritten sein, wo ein durchschnittlich verständiger und geschickter Laie vernünftigerweise nicht mehr persönlich zum Werkzeug greift.

Deshalb sollten Sie sich am Angebot der Werkzeuge in Baumärkten, Versandhandel oder im Rahmen der gewerblichen Vermietung von Werkzeugen und Bauzubehör für Laien orientieren, wenn Sie eventuelle Schäden über Ihre Privathaftpflicht abwickeln wollen.

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