Gesetzentwurf für Steuerreförmchen verabschiedet

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Entlastungen im Umfang von insgesamt 585 Millionen Euro will die Regierung mit der Steuerreform erreichen. Hört sich erst mal gut an – aber was steckt dahinter?

Es klingt nach einem tollen Rundum-Schlag: Bürgerinnen und Bürger sollen entlastet werden, außerdem Unternehmen, aber auch die Steuerverwaltung. Weniger Erklärungs- und Prüfungsaufwand, dafür mehr Planungssicherheit. Leben wir bald im Steuerparadies?

Wohl kaum. Denn erstens fällt die "deutliche Kostenentlastung durch Bürokratieabbau", die die Bundesregierung ankündigt, für den einzelnen Steuerzahler doch nicht so hoch aus, wie angepriesen. Und zweitens wird es bei allem Gerede von "Bürokratieabbau" auch in Zukunft mehr oder weniger unverständliche Steuerformulare geben. Viele davon. Das haben wir in den letzten Jahren schon zur Genüge erfahren.

Im Bereich Einkommensteuer sind geplant:

  • Erleichterungen für Eltern volljähriger Kinder. Künftig soll bei der Frage "Kindergeld oder nicht" nicht mehr darauf ankommen, wie viel das Kind verdient. Bisher gilt: Hat das volljährige Kind Einkünfte und Bezüge von mehr als 8.004 Euro pro Jahr, gibt es kein Kindergeld mehr bzw. keine Freibeträge für Kinder. Das dürfte aber auch heute schon nur wenige Eltern und Kinder betreffen.
    Also: Bürokratieabbau beim Finanzamt: ja, weil es nicht mehr rechnen muss. Vorteile für den Steuerzahler: eher selten.
  • Angestellte sollen ihre Steuererklärung künftig zusammengefasst für zwei Jahre abgeben können. Im Klartext: Sie machen zwar weiterhin für jedes Jahr eine Steuererklärung – mit Belege sammeln, Formulare ausfüllen und allem, was dazugehört – geben aber nur alle zwei Jahre einen dann etwas dickeren Umschlag beim Finanzamt ab.
    Wer hat was davon? Keiner – Denn die Finanzämter bekommen genauso viele Steuererklärungen wie vorher. Und die Steuerzahler warten länger auf eine eventuelle Steuerrückzahlung für das erste Jahr. Oder geben halt doch jedes Jahr ab. 
  • Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag soll um sagenhafte 80 Euro angehoben werde: von 920 auf 1.000 Euro. Halleluja. Was wir davon halten, haben wir ja kürzlich schon geschrieben – hier können Sie es noch einmal nachlesen.

(MB)

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