Geschiedene: Realsplitting kann nachträglich erweitert werden

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Unterhaltszahlungen an den Ex-Ehepartner sind bis zu € 13.805 im Jahr als Sonderausgaben abzugsfähig. Voraussetzung für dieses sogenannte Realsplitting ist, dass der Empfänger auf der Anlage U dem Ganzen zustimmt und den geltend gemachten Betrag als sonstige Einkünfte versteuert. Je nach Einkommenslage ergibt sich dadurch eine mehr oder weniger große Steuerersparnis.

Häufig ist der in der Anlage U geltend gemachte Betrag niedriger als der tatsächlich gezahlte Unterhalt. Das kann verschiedene Gründe haben, etwa

  • weil sich zwischenzeitlich die Unterhaltszahlungen erhöht haben oder
  • weil Sie absichtlich den Abzugsbetrag beschränkt haben, damit sich für den unterhaltsberechtigten Ex-Ehepartner auf jeden Fall keine (höhere) Steuerbelastung ergibt.

Stellt sich später heraus, dass ein höherer Betrag für Sie steuerlich günstiger wäre, haben Sie den Bundesfinanzhof auf Ihrer Seite: Das Gesetz verbietet es zwar, einen einmal beantragten Unterhaltsbetrag später zurückzunehmen oder zu vermindern. Die obersten Steuerrichter erlauben es aber, dass Sie den Unterhaltsbetrag mit Zustimmung des Ex-Partners nachträglich erhöhen. Das Finanzamt muss die Steuerbescheide sogar dann noch ändern, wenn sie bereits bestandskräftig sind. Denn der erweiterte Antrag stellt ein rückwirkendes Ereignis im Sinne des § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO dar (BFH-Urteil vom 28.6.2006, XI R 32/05, DB 2006 S. 2101).

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