Fünftelregelung auch bei nachgezahlten Honoraren?

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Bei Honorarnachzahlungen für mehrere Jahre hatten Selbstständige bisher schlechte Karten beim Finanzamt, denn ihnen wurde im Einklang mit der BFH-Rechtsprechung die Steuerbegünstigung durch die Fünftelregelung verweigert (R 34.4 Abs. 3 EStR 2005). Doch nun gibt es Hoffnung, denn das Niedersächsische Finanzgericht hat sich auf die Seite eines selbstständig tätigen Psychotherapeuten geschlagen, der in 2001 von der kassenärztlichen Vereinigung aufgrund eines Rechtsstreits eine Honorarnachzahlung für die Jahre 1993 bis 1998 in Höhe von DM 228.000 erhielt.

Das Gericht hat die Nachzahlung als Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit angesehen und das Finanzamt dazu verurteilt, dem Therapeuten dafür die Fünftelregelung zu gewähren.

Damit wird die Progressionswirkung des Steuertarifs abgemildert und weniger Einkommensteuer auf die Nachzahlungssumme fällig. Zur Begründung führten die Richter an, dass eine einmalige, berufsuntypische Zusammenballung von Betriebseinnahmen vorläge, die die bei solchen Gewinneinkünften üblicherweise auftretenden Einnahmeschwankungen bei Weitem überstiegen, und dass die Zahlung unabhängig vom Willen des Selbstständigen erfolgte (Niedersächsisches FG vom 31.8.2005, EFG 2005 S. 1871).

Steuertipp
Da das Finanzamt erwartungsgemäß Revision gegen das Urteil eingelegt hat, sollten Selbstständige in vergleichbaren Situationen gegen ihren Steuerbescheid Einspruch einlegen, die Fünftelregelung verlangen und das Ruhen des Einspruchsverfahrens bis zur Entscheidung des BFH beantragen (Aktenzeichen der Revision: IV R 57/05). Ob es zu einer Änderung der Rechtsprechung kommen wird, muss nun abgewartet werden.

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