Fortbildung: Nach den Sensationsurteilen kommt nun die Ernüchterung

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Ausbildungskosten: Zählen sie zu den unbegrenzt abziehbaren Werbungskosten? Oder sind sie nur in beschränkter Höhe als Sonderausgaben abziehbar? Der BFH hatte sich in einer sensationellen Urteilsserie auf die Seite der Steuerzahler geschlagen. Er hat alle Kosten als Werbungskosten anerkannt, wenn die Bildungsmaßnahme beruflich veranlasst war.

Neue Rechtsprechung zu teuer für den Fiskus

Da der Fiskus hohe Einnahmeausfälle auf sich zukommen sah (1,5 Milliarden Euro jährlich!), änderte er jetzt kurzerhand das Gesetz - und zwar rückwirkend zum 1.1.2004. Nun gilt:

  • Die Kosten der Erstausbildung bzw. des Erststudiums zählen zu den Sonderausgaben. Diese sind jetzt erfreulicherweise bis zu ? 4.000,? abziehbar (bis 2003: ? 920,? bzw. ? 1.227,?).
  • Kosten für Weiterbildungen, die der abgeschlossenen Erstausbildung bzw. dem Erststudium ?nachfolgen?, sind als Werbungskosten unbeschränkt abziehbar. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie die Weiterbildung aus beruflichen Gründen absolvieren.
  • Private Weiterbildung für Hobbys oder Freizeitbeschäftigungen sind steuerlich nicht abziehbar (z.B. der Fotokurs eines Apothekers, allgemeinbildende Seminare).

Was Sie jetzt tun müssen

Ab sofort müssen Sie alle Belege sammeln, egal um welche Weiterbildung es sich handelt! Selbst wenn Sie Ihre Kosten ?nur? als Sonderausgaben geltend machen dürfen, sind das jetzt bis zu ? 4.000,?. Beachten Sie, dass Sie Ihre Ausgaben nachweisen müssen. Auch Ihr volljähriges Kind muss Belege sammeln: Bildungskosten mindern nämlich als ?besondere Ausbildungskosten? sein Einkommen.

Unser Steuertipp:

Notieren Sie sich auch alle Ausbildungskosten, die Ihnen von Jahresbeginn bis jetzt entstanden sind. Erst wenn Sie Ihren Steuerbescheid für das Jahr 2004 in Händen halten, müssen Sie entscheiden: Lohnt der Streit um die Frage ?Werbungskosten oder Sonderausgaben??

Für die Steuerbescheide der Jahre bis 2003 gelten die Sensationsurteile zur Fortbildung auf jeden Fall. Achten Sie darauf, dass der Finanzbeamte sie auch entsprechend anwendet.

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