Fernseh-Preisgelder: Steuerpflicht für TV-Kandidaten?

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Fernseh-Preisgelder sind steuerpflichtig - wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Das geht aus einem aktuellen BMF-Schreiben hervor.

Preisgelder für die Teilnahme als Kandidat an einer Fernsehshow können als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG besteuert werden. Das hat der BFH entschieden (Urteil vom 28.11.2007, Az. IX R 39/06). Das Bundesfinanzministerium zieht hieraus jetzt die Konsequenzen - zu Lasten der Kandidaten.

Entscheidend für eine Steuerpflicht ist nach Auffassung des BMF, dass der Auftritt des Kandidaten und das gewonnene Preisgeld in einem gegenseitigen Leistungsverhältnis stehen. Das heißt letztlich: Auch der Kandidat muss etwas "geben". Dafür sprechen folgende Anhaltspunkte:

  • Dem Kandidaten wird von Seiten des Produzenten ein bestimmtes Verhaltensmuster oder Ähnliches vorgegeben.
  • Dem Kandidaten wird neben der Gewinnchance und dem damit verbundenen Preisgeld noch ein erfolgsunabhängiges Antritts-, Tagegeld etc. gezahlt.
  • Das Format sieht grundsätzlich nicht nur einen einmaligen Auftritt vor, sondern erstreckt sich über mehrere Folgen. Der Kandidat muss hierfür ggf. Urlaub nehmen oder von der Arbeit freigestellt werden.
  • Das Preisgeld hat die Funktion einer Entlohnung für eine Leistung. Es fließt als Erfolgshonorar zu.

Liegen keine der vorstehenden Anhaltspunkte vor, bleibt es auch bei im Rahmen von Fernsehsendungen gewonnenen Geldern dabei: nicht steuerpflichtig (BMF-Schreiben vom 30.5.2008, Az. IV C 3 - S 2257/08/10001).

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