Erbengemeinschaft: Gebühr für die Hausbewertung ist abzugsfähig

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Die Kosten einer Erbauseinandersetzung sind als Nachlassverbindlichkeiten abzugsfähig. Dazu gehören auch die Aufwendungen für die Bewertung der im Nachlass befindlichen Grundstücke durch Sachverständige, sagt der BFH.

Die unmittelbaren Erbfallkosten wie Bestattung, Grabdenkmal und Grabpflege lassen sich von dem steuerpflichtigen Erwerb anlässlich eines Todesfalls absetzen. Hinzu kommen die unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses entstehen Kosten wie zum Beispiel Gebühren für Testamentseröffnung, Erbscheinerteilung oder Grundbuchumschreibung. Zu diesen begünstigten Nachlassverbindlichkeiten gehört auch der Aufwand für ein Grundstücksgutachten durch einen Sachverständigen, wenn sich eine Erbengemeinschaft auseinandersetzt. Denn nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs sind alle Aufwendungen für die Verteilung des Nachlasses absetzbar, die unmittelbar im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft entstanden sind (Urteil vom 9.12.2009, Az. II R 37/08). Hierunter fallen insbesondere:

  • Die Gebühren für einen Sachverständigen, der die genaue Ermittlung des Verkehrswertes der Nachlassgegenstände übernimmt. Das gilt immer dann, wenn sein Ergebnis als Grundlage dafür dienen soll, wie das geerbte Vermögen verteilt und in das Alleineigentum einzelner Miterben übertragen werden soll.
  • Kosten für die Übertragung der Nachlassgegenstände, also bei Immobilien die Grundbuchumschreibung.
  • Die jeweils bei den einzelnen Miterben entstandenen Notariats- und Gerichtskosten.
  • Kosten für die anwaltliche Beratung der Miterben bei der Erbauseinandersetzung.
  • Gebühren, die im Rahmen einer außergerichtlichen und gerichtlichen Vertretung durch Experten anfallen.
  • Gerichtsgebühren bei einem Rechtsstreit der Miterben über die Auseinandersetzung.

Für diese steuerliche Einordnung spielt keine Rolle, ob die Erbengemeinschaft aufgrund gesetzlicher Erbfolge oder der testamentarischen Einsetzung durch den Erblasser entstanden ist, ob der Verstorbene Teilungsanordnungen verfügt hat oder ob die Erbauseinandersetzung auf einer Vereinbarung oder dem Ergebnis eines Rechtsstreits der Miterben beruht. Das Finanzamt beurteilt die Abziehbarkeit der Kosten nur danach, dass sie dem einzelnen Nachkommen (Miterben) unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses entstehen.

Steuertipp
Die Mühe der Auflistung von Kosten müssen sich die Erben nicht machen, wenn es um kleinere Beträge geht. Denn für die Summe der Kosten eines Erbfalls dürfen pauschal 10.300 Euro ohne Nachweis abgezogen werden

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