Droht Rentnern Ärger mit dem Finanzamt?

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Das Alterseinkünftegesetz bringt ab 2005 viele Änderungen mit sich. Durch die weit höhere Besteuerung der Renten müssen künftig mehr Rentner als bisher Steuern zahlen. Und deshalb müssen ab 2005 ca. 2 Millionen Rentner erstmals in ihrem Rentnerleben eine Steuererklärung abgeben.

Hatten Sie als Rentner für sich die Steuererklärung schon vor Jahren abgehakt, müssen Sie sich jetzt vielleicht wieder damit beschäftigen. Das ist für viele lästig und unangenehm, aber leider unvermeidbar. Wer bis 2004 tatsächlich nicht steuerpflichtig war, hat keine Probleme zu erwarten.

Wann Ihnen vom Finanzamt Ärger droht

Was aber, wenn Sie schon vor 2005 eigentlich eine Steuererklärung hätten abgeben müssen? Zum Beispiel weil Sie Einkünfte aus Vermietung oder Kapitalvermögen hatten. Oder Sie haben zwar eine Steuererklärung abgegeben, aber »vergessen«, die Rente mit anzugeben. Dann könnten Sie Probleme bekommen - und zwar mit den Jahren vor 2005!

Der Grund: Voraussichtlich 2006 werden die Rentenzahlungen zentral erfasst. Ihr Finanzamt erfährt dann zum Beispiel, seit wann Sie eine Rente bekommen und wie hoch diese ist. Vermutet das Finanzamt eine Steuerhinterziehung, darf es Ihre Einkünfte der letzten zehn Jahre prüfen. Entdeckt das Finanzamt tatsächlich steuerpflichtige Einkünfte, die Sie nicht angegeben haben, droht nicht nur eine Steuernachzahlung mit Zinsen: Steuerhinterziehung wird mindestens mit Geldstrafe bestraft.

Was Sie tun können

Wollen Sie eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung nicht riskieren, müssen Sie sich jetzt überlegen, was Sie tun.

Zum einen haben Sie die Möglichkeit, eine strafbefreiende Erklärung abzugeben. Sie zahlen in diesem Fall eine pauschale Steuer von 35 %, mit der alles abgegolten ist. Strafbefreiend heißt, dass Sie keine Bestrafung mehr wegen Steuerhinterziehung befürchten müssen.

Zum anderen besteht die Möglichkeit einer Selbstanzeige - allerdings nur, solange das Finanzamt noch nichts von Ihren verschwiegenen Einkünften weiß. Auf die hinterzogenen Einnahmen wird Ihr individueller Steuersatz angewendet. Zusätzlich fallen Hinterziehungszinsen an. Auch bei einer Selbstanzeige bleiben Sie von der Strafverfolgung wegen Steuerhinterziehung verschont.

Wichtig: Eine strafbefreiende Erklärung können Sie noch bis zum 31.3.2005 abgeben. Danach bleibt Ihnen nur die Selbstanzeige.

Was Sie sich auch überlegen können: Warten Sie einfach ab, was passiert. Am Ende ist vielleicht derjenige am Besten dran, der gar nichts macht. Denn die Finanzverwaltung wird es nach eigener Einschätzung gar nicht schaffen, den ganzen Arbeitsanfall zu bewältigen. Denkbar ist, dass zum Beispiel nur die letzten zwei Jahre aufgerollt werden und nicht zehn Jahre.

Ob Sie eine strafbefreiende Erklärung abgeben, sich selbst anzeigen oder gar nichts tun: Die Entscheidung können nur Sie selbst treffen! Besprechen Sie sich am besten mit einem Steuerberater oder einem Fachanwalt für Steuerrecht.

 

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