Brandaktuelles BFH-Urteil: Computerkosten können aufgeteilt werden

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Fast jeder hat heutzutage einen Computer zu Hause stehen. Viele Angestellte und Beamte nutzen den Computer aber nicht nur beruflich, sondern auch für private Zwecke. Die Finanzämter haben deshalb nur noch in seltenen Fällen die Computerkosten zu 100% anerkannt. Stattdessen sind sie dazu übergegangen, die Kosten aufzuteilen: Wer seinen Computer zum Beispiel zu 70% beruflich nutzt, kann 70% der Kosten als Werbungskosten abziehen. Die 30% der Kosten, die auf die private Nutzung entfallen, werden steuerlich nicht berücksichtigt.

Diese Aufteilung der Kosten hat jetzt auch der BFH in einem aktuellen Urteil abgesegnet. Die wichtigsten Punkte aus dem neuen BFH-Urteil (BFH-Urteil vom 19.2.2004, Az.VI R 135/01; noch nicht veröffentlicht):

  • Es bleibt wie bisher dabei: Nutzen Sie Ihren Computer nur zu 10% oder weniger privat, dürfen Sie trotzdem 100% der Kosten absetzen. Die Kosten werden in diesem Fall also nicht aufgeteilt.
  • Wird der Computer zu mehr als 10% privat genutzt, können die Aufwendungen entsprechend aufgeteilt werden.
  • Der Anteil der beruflichen Nutzung muss grundsätzlich nachgewiesen bzw. glaubhaft gemacht werden. Ist ein Nachweis nicht möglich, darf geschätzt werden.
    Aus Vereinfachungsgründen können 50% der Kosten als Werbungskosten anerkannt werden. Das gilt aber natürlich nur dann, wenn Sie den Computer auch tatsächlich in einem wesentlichen Umfang beruflich nutzen.

Unser Steuertipp:

Die Finanzämter werden sich auf dieses Urteil stürzen und generell nur noch die Hälfte der Computerkosten als Werbungskosten anerkennen wollen. Mit 50% werden jedoch die meisten Arbeitnehmer gut bedient sein. Lassen Sie sich aber nicht über den Tisch ziehen! Wenn Sie nachweisen können, dass Sie Ihren Computer zu Hause mehr als 50% beruflich nutzen, muss das Finanzamt mehr als 50% der Kosten anerkennen. Das hat der BFH ausdrücklich entschieden (BFH-Urteil vom 19.2.2004, Az.VI R 135/01; noch nicht veröffentlicht).

Will das Finanzamt sogar weniger als 50% anerkennen? Dann muss es Ihnen die Gründe nennen. Aufgepasst: Das Finanzamt darf nicht einfach aufgrund der Lebenserfahrung vermuten, dass ein Computer zu Hause überwiegend privat genutzt wird. Eine Schätzung des beruflichen Anteils auf zum Beispiel 35%, weil dies der Lebenserfahrung entspricht, ist deshalb nicht zulässig. Einen solchen Erfahrungssatz gibt es nicht. Auch das hat der BFH ausdrücklich festgestellt (BFH-Urteil vom 19.2.2004, Az.VI R 135/01; noch nicht veröffentlicht).

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