BFH-Vorschau: Entscheidungen zu Zweitwohnungsteuer, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen

 - 

Insgesamt drei Fälle zu Zweitwohnungsteuer, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen, die 2011 zur Entscheidung anstehen, hat der BFH bereits in seiner Agenda eingeplant. Zu den Themen gehören u.a. die Steuerpflicht der Zweitwohnung einer ledigen Mutter mit volljährigem Kind und das Pflegegeld aus privater Pflegezusatzversicherung.

Aktenzeichen Thema
II R 67/08 Steuerpflicht der Zweitwohnung einer ledigen Mutter mit volljährigem Kind:
Nach dem Hamburger Zweitwohnungsteuergesetz gilt die Steuerpflicht u.a. nicht für Wohnungen, die eine verheiratete Person aus überwiegend beruflichen Gründen innehat. Im Verfahren II R 67/08 stellt sich für den II. Senat die Frage, ob diese Regel gegen den besonderen Schutz der Familie (Art. 6 Abs. 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GG) verstößt, da die Steuerbefreiung nicht auch unverheirate Mütter mit in Schulausbildung befindlichen Kindern umfasst. Die Klägerin ist ledig und meldete in Mecklenburg-Vorpommern ihre Hauptwohnung an, wo sie sich überwiegend aufhielt und ihre Tochter das Gymnasium besuchte. Daneben mietete die Klägerin eine weitere Wohnung bei ihrem Arbeitsplatz in Hamburg. Der II. Senat hat mit Beschluss vom 16. Dezember 2009 (BFHE 228, 480, BStBl II 2010, 522) den Senator für Finanzen der Freien und Hansestadt Hamburg zum Beitritt aufgefordert.
X R 24/09
X R 27/09
X R 48/09
X R 12/10
Schulgeld:
In den Verfahren X R 24/09, X R 27/09, X R 48/09 und X R 12/10 wird sich der X. Senat mit der Frage auseinandersetzen, ob Ausgaben für teilweise im EU-Ausland liegende Schulen, die nicht staatlich als Ersatzschulen anerkannt sind, einen Sonderausgabenabzug rechtfertigen.
VI R 8/10 Pflegegeld aus privater Pflegezusatzversicherung:
In dem Verfahren VI R 8/10 wird der VI. Senat zu entscheiden haben, ob das aus einer privaten Pflegezusatzversicherung gezahlte Pflegegeld die Höhe der abziehbaren außergewöhnlichen Belastungen insoweit mindert, als es auf die entstandenen Pflegekosten anzurechnen ist.

 Quelle: http://www.bundesfinanzhof.de

Weitere News zum Thema

  • Finanzamt erfasst Rente falsch: keine offenbare Unrichtigkeit

    [] Der Finanzbeamte wird ich wohl etwas dabei gedacht haben, wenn er von der Steuererklärung abweicht und sich nur auf die ihm vorliegenden elektronischen Daten bezieht. Das meint das FG Münster und ließ die Änderung des bestandskräftigen Steuerbescheids nicht zu. mehr

  • Nicht jeder muss eine Steuererklärung abgeben

    [] ...aber jeder darf! Oft erhalten genau diejenigen Steuerzahler, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, eine Steuererstattung. Will das Finanzamt wider Erwarten doch Geld sehen, kann die Steuererklärung zurückgenommen werden. mehr

  • Vorschau: Das will der BFH 2017 entscheiden

    [] Der BFH hat eine Liste derjenigen Verfahren veröffentlicht, bei denen voraussichtlich im laufenden Jahr mit einer Entscheidung gerechnet werden kann. Wir haben die wichtigsten Verfahren aus den Bereichen Kapital, Vermietung, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Erbschaft- und Schenkungsteuer für Sie zusammengestellt. mehr

  • Statistisches: Verfahren am Bundesfinanzhof

    [] Auch im Jahr 2016 bestätigen die statistischen Zahlen die positive Entwicklung der letzten Jahre , teilt der Bundesfinanzhof erfreut mit. Von wie vielen Verfahren sprechen wir hier? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.