Betriebs-Pkw: Änderungen bei der 1%-Regelung geplant

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Die 1%-Regelung soll stark eingeschränkt werden. Nur bei Dienstwagen, die zu mehr als 50% betrieblich genutzt werden, soll künftig die Vereinfachungsregelung angewendet werden dürfen. So sieht es ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor. Wer auf der sicheren Seite bleiben will, muss deswegen ein Fahrtenbuch führen.

Die große Koalition will dem steuerlichen Missbrauch vorbeugen. Einen solchen glaubt sie zu erkennen, wenn Privatwagen aufgrund einer geringen betrieblichen Nutzung (10%-50%) zu gewillkürtem Betriebsvermögen erklärt werden. Denn dann mindern Kfz-Kosten in vollem Umfang den Gewinn, der private Anteil wird im Gegenzug monatlich mit 1% des Listenpreises gegen gerechnet - eine praktikable und für viele Selbstständige lohnenswerte Gestaltung.

Das neue Gesetz bringt den Unternehmern nicht nur finanzielle Nachteile, sondern stellt ihnen auch neue bürokratische Hürden in den Weg. Der vor allem privat genutzte Pkw darf auch weiterhin im Betriebsvermögen bleiben, die 1%-Regelung wird aber nicht mehr angewendet. Stattdessen muss der Steuerpflichtige dem Finanzamt darlegen, in welchem Umfang der Wagen betrieblich genutzt wurde. Die bisher einzig mögliche Methode: Sie führen ein Fahrtenbuch. Für viele steht der dazu notwendige Aufwand jedoch in keinem Verhältnis zum Ertrag. Ein anderes, vereinfachtes Verfahren soll zulässig sein. Wie dieses jedoch aussieht, darüber schweigt die Regierung sich aus.

Der einzig sichere Weg zur Anerkennung der betrieblichen Kosten scheint also das Fahrtenbuch zu sein - und das muss seit dem Jahresbeginn quasi »auf Verdacht« geführt werden. Die neue Regelung soll nämlich erst im Februar im Bundesrat verabschiedet werden. Dann allerdings gilt sie rückwirkend ab dem 1.1.2006.

Arbeitnehmer können übrigens aufatmen: Bekommen sie von Ihrem Chef einen Dienstwagen gestellt, dürfen sie diesen weiterhin über die 1%-Regelung versteuern.

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