Bauherrn und Mieter aufgepasst: Handwerker-Leistungen sind nur noch gegen Rechnung erlaubt

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Lassen Sie als Bauherr oder Mieter zum Beispiel Ihre Wohnung renovieren oder einen neuen Boden verlegen? Seit 1.8. müssen Sie vom Handwerker unbedingt eine Rechnung verlangen und diese gut aufbewahren. Sonst droht ein Bußgeld bis zu 500,- Euro.

Seit dem 1.8.2004 gilt nämlich das neue Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz. Mit ihm soll insbesondere gewerbliche Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung im privaten Bereich besser bekämpft werden. Auch private Bauherren und Mieter, die Bauleistungen in Auftrag geben, können betroffen sein.

Für welche Bauleistungen müssen Sie eine Rechnung vorweisen können?

Für alle Bauleistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen, müssen Sie eine Rechnung vorweisen können. Solche Bauleistungen sind zum Beispiel:

  • Erstellung eines Rohbaus,
  • Installation von Strom-, Gas- und Wasserleitungen,
  • Einbau von Fenstern, Türen, Bodenbelägen und Heizungsanlagen,
  • Hausreinigung,
  • Renovierungsmaßnahmen wie zum Beispiel Malerarbeiten,
  • Hausanschluss durch den Energieversorger,
  • Zurverfügungstellen von Baugeräten,
  • Entsorgung von Baumaterialien (z.B. Schuttabfuhr),
  • Anlage und Pflege von Bepflanzungen.

Auch wenn Sie die Kosten steuerlich nicht absetzen können, müssen Sie jetzt für diese Bauleistungen eine Rechnung von Ihrem Handwerker verlangen. Das gilt zum Beispiel beim Eigenheim, der selbst genutzten Wohnung, einem Mietwohngrundstück oder einem Gartengrundstück.

Das müssen Sie als Bauherr oder Mieter tun

Auch als privater Auftraggeber müssen Sie Rechnungen für Bauleistungen zwei Jahre lang aufbewahren. Verlieren Sie die Rechnungen, genügt auch ein Zahlungsbeleg (Kontoauszug). Kommen Sie der Aufbewahrungspflicht nicht nach, drohen bis zu 500,- Euro Bußgeld.

Keine Rechnung müssen Sie jedoch für einen schlichten Kaufvertrag aufbewahren, etwa für Ihre Einkäufe in einem Heimwerkermarkt oder für die Anlieferung von Baumaterial auf Ihrer Baustelle.

Das muss der ausführende Bauunternehmer tun

Der Unternehmer muss Ihnen innerhalb von sechs Monaten nach Ausführung der Leistung eine Rechnung ausstellen. Ansonsten riskiert er bis zu 5.000,- Euro Bußgeld. Außerdem muss er Sie in der Rechnung auf Ihre zweijährige Aufbewahrungspflicht hinweisen.

So kontrolliert der Fiskus, ob Schwarzarbeit vorliegt

Künftig müssen auch private Auftraggeber - genauso wie Unternehmer - mit Kontrollen durch den Zoll zur Aufdeckung von Schwarzarbeit rechnen. Die Beamten dürfen dabei auf dem Grundstück (jedoch nicht in der Wohnung) des Auftraggebers Personalien der dort arbeitenden Personen überprüfen und die Rechnungen über Bauleistungen einsehen. Als Auftraggeber müssen Sie den Zollbeamten dazu Auskunft geben und die Rechnungen vorlegen; ansonsten droht ein Bußgeld von bis zu 1.000,- Euro. Kontrollen sind auch dann noch zulässig, wenn die Arbeiten auf Ihrem Grundstück bereits abgeschlossen sind.

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