Ausfüllhinweise zur Anlage KAP 2009

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Die Anlage KAP 2009 sieht völlig anders aus als noch bis Ende 2008. Grund ist die Einführung der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge ab 2009. Hier erläutern wir Ihnen das neue Formular.

Wurde von Ihren Kapitalerträgen bei der Auszahlung im Jahr 2009 von Ihrer Bank Abgeltungsteuer in Form der Kapitalertragsteuer einbehalten, brauchen Sie diese Erträge grundsätzlich in Ihrer Steuererklärung 2009 nicht anzugeben. Auf die Abgabe der Anlage KAP können Sie daher verzichten. Von diesem Grundsatz gibt es aber etliche Ausnahmen, wie schon der Aufbau der Anlage KAP 2009 zeigt.

Die Vorderseite der Anlage KAP 2009:

Zeile 4-6:

  • Antrag auf Günstigerprüfung (Zeile 4);
  • Antrag auf Überprüfung des Abgeltungsteuerabzuges (Zeile 5), z.B. wenn der Sparer-Pauschbetrag nicht ausgeschöpft wurde oder wenn nach einer Depotübertragung die neue Bank bei Wertpapierverkäufen ohne Kenntnis der Anschaffungskosten die Abgeltungsteuer vom Verkaufserlös (Ersatzbemessungsgrundlage) berechnet hat;
  • Nachholung des Kirchensteuerabzuges auf bereits einbehaltene Abgeltungsteuer (Zeile 6).

Zeile 7-14a:

  • Angabe der abgeltungsteuerpflichtigen Kapitalerträge, von denen bereits während des Jahres Abgeltungsteuer einzubehalten war (Zeile 7-11);
  • Angabe der in den Verlustverrechnungstöpfen der Banken übrig gebliebenen Neuverluste (Zeile 12, 13);
  • Angabe des durch Freistellungsaufträge bereits ausgeschöpften Sparer-Pauschbetrages (Zeile 14, 14a).
  • In die linke Spalte der Zeilen 7-13 gehören die Beträge laut der Steuerbescheinigung der Bank, in die rechte Spalte ggf. die vom Steuerpflichtigen korrigierten Beträge bei Antrag auf Überprüfung des Abgeltungsteuerabzuges in Zeile 5. 

Zeile 15-21:

  • Angabe der abgeltungsteuerpflichtigen Kapitalerträge, von denen keine Abgeltungsteuer einzubehalten war (Zeile 15), z. B. Erträge auf Auslandskonten und -depots, Erträge aus ausländischen thesaurierenden Investmentfonds, Stillhalterprämien (Zeile 20) oder Zinsen vom Finanzamt (Zeile 21);
  • Angabe der Veräußerungsgewinne und -verluste, unterteilt nach ab 2009 angeschafften Aktien (Zeile 17, 19) und sonstigen Wertpapieren (Zeile 16, 18).

Zeile 22-25:

  • Angabe der Kapitalerträge, die nicht abgeltungsteuerpflichtig sind, sondern individuell nach Grund- oder Splittingtarif zu versteuern sind (egal, ob bereits ein Abzug von Kapitalertragsteuer erfolgte oder nicht). Nicht hierher gehören Gewinne oder Verluste aus ab 2009 erfolgten Veräußerungen von Wertpapieren, die vor 2009 angeschafft wurden und bei denen die einjährige Spekulations­frist noch nicht abgelaufen ist; diese Beträge sind in die Anlage SO 2009, Zeile 41 ff. einzutragen.

Die Rückseite der Anlage KAP 2009:

Zeile 31-48:

  • Erträge aus Beteiligungen an Gesellschaften oder Gemeinschaften, die gesondert und einheitlich festzustellen sind. Diese werden unterteilt nach solchen, die abgeltungsteuerpflichtig sind (mit erfolgtem Abzug von Kapitalertragsteuer: Zeile 32-38, ohne Abzug von Kapitalertragsteuer: Zeile 39-46), und solchen, die individuell zu versteuern sind (Zeile 47-48).

Zeile 49-58:

  • Von den Kapitalerträgen bereits einbehaltene Steuern - das heißt Abgeltungsteuer = Kapitalertragsteuer (Zeile 49, 55), Solidaritätszuschlag (Zeile 50, 56), Kirchensteuer (Zeile 51, 57), ausländische Quellensteuer (Zeile 53, 54) und EU-Zinssteuer (Zeile 58) -, unterteilt nach abgeltungsteuerpflichtigen (Zeile 49-54) und individuell zu versteuernden Kapitalerträgen sowie solchen aus anderen Einkunftsarten wie Gewerbebetrieb, Vermietung und Verpachtung usw. (Zeile 55-57).

Zeile 59-60:

  • Antrag auf Verrechnung von Altverlusten (Spekulationsverlusten) gemäß dem alten § 23 EStG (Zeile 59) und von vor 2009 geleisteten Stillhalterprämien infolge von Optionsgeschäften gemäß § 22 Nr. 3 EStG (Zeile 60).

Zeile 61:

  • Gewinne und Verluste aus Steuerstundungsmodellen im Sinne des § 15 b EStG.

Kapitalerträge und Quellensteuern in ausländischer Währung von Ländern, die den Euro nicht eingeführt haben, rechnen Sie auf der Grundlage der von der Europäischen Zentralbank täglich veröffentlichten Euro-Referenzkurse um (siehe unter www.bundesbank.de in der Rubrik "Statistik" bei "Devisenkurse/Tabellen"), und zwar zum Zeitpunkt des Zu- bzw. Abflusses der Beträge. Die Umrechnung erläutern Sie dem Finanzamt auf einem Extra-Blatt.

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