Aufwendungen für die Vorschule: Kinderbetreuungskosten oder Schulgeld?

 - 

Zählen die Aufwendungen für den Besuch einer Vorschule zu den Kinderbetreuungskosten oder als Schulgeld zu den Sonderausgaben? Sind sie also zu 2/3, max. aber mit 4.000 Euro steuermindernd zu berücksichtigen oder mit 30%, max. aber 5.000 Euro?

Auf diese Fragen gibt es (noch) keine eindeutige Antwort, denn die Aussagen widersprechen sich:

  • Bereits vor einigen Jahren hat der BFH entschieden (BFH-Urteil XI R 79/03 vom 16.11.2005, BStBl. 2006 II S. 377):
    Der Abzug von Schulgeld kommt infrage, sobald das Kind alt genug ist, um eine öffentliche Vorschule besuchen zu dürfen.
  • In einem gleichlautenden Erlass der obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder ist aber zu lesen, dass Aufwendungen für den Besuch einer Vorschulklasse Kinderbetreuungskosten darstellen (z.B. Senatsverwaltung für Finanzen Berlin, 11.02.2008, Az. III B 24 - S 2288a - 1/2007).
    Zwar schließt das Gesetz Aufwendungen für Unterricht als Kinderbetreuungskosten aus (§ 4f Satz 3 EStG). Dieses Problem löst die Verwaltung aber, indem sie erklärt, dass Unterricht im Sinne des § 4f EStG erst mit dem Eintritt in eine Grundschule beginnt.

Die gute Nachricht für Sie: Suchen Sie sich aus, wie Sie Ihre Aufwendungen für den Vorschulbesuch Ihres Kindes berücksichtigt haben wollen.

  • In der Regel ist der Abzug als Kinderbetreuungskosten besser. Dort wirken sich 2/3 (knapp 67%) der Kosten aus, beim Schulgeld sind es nur 30%.
  • Haben Sie bei den Kinderbetreuungskosten den Höchstbetrag auch ohne die Vorschulkosten bereits ausgeschöpft? Dann berücksichtigen Sie diese Kosten eben als Schulgeld bei den Sonderausgaben.

Falls es Probleme mit der Finanzbeamten geben sollte, berufen Sie sich je nach Bedarf auf das BFH-Urteil oder das gleichlautende Schreiben der Finanzbehörden.

Weitere News zum Thema

  • Steueränderungen ab 2017

    [] 2017 treten einige Änderungen hinsichtlich Formalitäten und Nachweisen in Kraft, die wir Ihnen hier kurz vorstellen. mehr

  • Steuertermine Dezember 2016

    [] Hier finden Sie die aktuellen Termine für die Abgabe Ihrer Steuererklärungen und für Ihre Steuervorauszahlungen. mehr

  • Mehr netto mit Lohnsteuer-Freibeträgen: jetzt kostenlose Software nutzen

    [] Statt einmal im Jahr können Sie Ihre Steuerrückerstattung auch monatlich erhalten: Wer beispielsweise Kinderbetreuungs- oder Unterhaltskosten hat, regelmäßig spendet oder weit zur Arbeit fahren muss, bezahlt Monat für Monat zu viel Lohnsteuer. Erst mit der Steuererklärung im nächsten Jahr erhalten Sie die zu viel bezahlte Lohnsteuer vom Finanzamt zurück. Das muss nicht sein! mehr

  • Nach der Trennung die richtige Steuerklasse wählen

    [] Auch wenn Ihre Ehe gerade in die Brüche geht, ist es wichtig, dass Sie sich in steuerlichen Angelegenheiten weiterhin einig sind. Das kann sich für beide Partner auszahlen und Sie müssen weniger Geld zu Rechtsanwälten und Steuerberatern tragen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.