Arbeitszimmer als beruflicher Mittelpunkt: Zeitliche Nutzung nicht entscheidend

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Ist das Arbeitszimmer der Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit, dürfen Sie auch weiterhin die Kosten abziehen. Der zeitliche Umfang der Nutzung ist dabei nur ein Anhaltspunkt, stellte der BFH noch einmal klar.

Der Mittelpunkt der Tätigkeit befindet sich dort, wo Sie die Leistungen erbringen, die für Ihren Beruf wesentlich und prägend sind. Das Finanzamt muss in seine Beurteilung sämtliche relevanten Faktoren einbeziehen. Die zeitliche Nutzung ist dabei nur einer unter vielen. Selbst wenn die Tätigkeit außer Haus nach Stunden überwiegt, kann das Arbeitszimmer Mittelpunkt der Tätigkeit sein. Mit dieser Entscheidung bestätigte der BFH seine bisherige Rechtsprechung (BFH-Urteil vom 25.4.2007, Az. VI R 65/05).

Das Finanzgericht Nürnberg erkannte nach diesen Grundsätzen das Arbeitszimmer eines Gerichtsvollziehers an. Das Finanzamt hatte die Aufwendungen gestrichen, weil es den Außendienst als Tätigkeitsmittelpunkt beurteilte. Das Finanzgericht schaute aber genauer hin.

Der Gerichtsvollzieher konnte nachweisen, dass er mehr als 60 Prozent seiner Aufträge im Innendienst erledigte. Lediglich rund 30 Prozent der Schuldner musste er persönlich aufsuchen. Dies könne zwar zeitlich aufwendiger sein, erkannten die Richter, aber entscheidend sei nicht, wie die Aufträge gelöst werden, sondern dass sie gelöst werden. Da die Mehrzahl der Fälle im Arbeitszimmer erledigt wurden, sei dies der Tätigkeitsmittelpunkt (FG Nürnberg, Urteil vom 26.10.2006, Az. IV 83/2006).

Steuertipp
Ab dem Steuerjahr 2007 dürfen die meisten Arbeitnehmer die Kosten eines Arbeitszimmers nicht mehr absetzen. Diese Neuregelung wird in mehreren Musterverfahren überprüft. Bis zu einem endgültigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts sollten Sie gegen betroffene  Steuerbescheide  Einspruch einlegen. Steuertipps-Leser können dazu unsere Muster-Schreiben verwenden.

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