Arbeitnehmer-Pauschbetrag steigt auf 1.000 Euro / Kommentar: Steuerpolitische Märchen helfen nicht weiter

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Die Koalition hat ihren Streit um die Steuervereinfachungen beendet. Nach langen Diskussionen einigten sich die Fraktionen und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) darauf, dass der Arbeitnehmer-Pauschbetrag um 80 Euro auf 1.000 Euro im Jahr erhöht wird. Der Steuerzahler hat allerdings fast nichts davon.

Dazu ein Kommentar von Thomas Frank, Redaktion Steuertipps:

Endlich haben sich die Steuersenker und Steuervereinfacher durchgesetzt: Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag soll ab 2011 um 80 Euro von 920 Euro auf 1.000 Euro angehoben werden. Volker Wissing, finanzpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion bezeichnet das schon Ende 2010 als "Durchbruch in der Steuerpolitik". "22 Millionen" Steuerzahler würden "dadurch von bürokratischen und finanziellen Lasten befreit" (Presseinformation Nr. 1058). Also feiern? oder … lieber erst mal nachdenken. Denn die Fakten sind doch eher ernüchternd:

Wer Werbungskosten über 1.000 Euro hat, für den ändert sich gar nichts. Finanziell und bürokratisch bleibt alles beim Alten.

Wer bisher schon vom Arbeitnehmer-Pauschbetrag profitiert hat (weil keine oder nur geringe Werbungskosten), kann künftig sein zu versteuerndes Einkommen um weitere 80 Euro senken. Das macht bei einem verheirateten Steuerzahler mit einem zu versteuernden Einkommen von 30.000 Euro eine jährliche Steuerersparnis von sage und schreibe 21,10 Euro (inklusive Soli). Das sind monatlich 1,76 Euro (aufgerundet). Reicht nicht mal für einen Kaffee.

Bürokratisch entlastet werden nur all jene, deren Werbungskosten zwischen 921 Euro und 1000 Euro liegen (und das schon vor dem Anfertigen der Steuererklärung wissen). Denn sie müssten ja dann keine Belege mehr vorlegen.

Übrigens: Bis zum Jahr 2003 betrug der Arbeitnehmer-Pauschbetrag 1.044 Euro!

Für wie besteuert halten uns eigentlich unsere Politiker?

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