Anlage R (Einkünfte aus Renten): Ein einfacher Leitfaden zur Angabe von Rentenerträgen

Die Anlage R, in der jede Form von Rentenleistung angegeben wird, wird für immer mehr Menschen relevant. Denn seit einigen Jahren ist ein Teil des Renteneinkommens steuerpflichtig. Deshalb werden hier die wichtigsten Bestandteile der Anlage erklärt.

Wenn Sie Einkünfte aus Renten und Leistungen aus Altersversorgungsverträgen haben, müssen Sie die Anlage R einreichen.

Wer muss die Anlage R ausfüllen?

Vielfach liegt das Missverständnis vor, dass Rentner per se nicht steuerpflichtig sind und daher auch keine Steuererklärung ausfüllen müssen.

Tatsächlich sind aber inzwischen Teile der Rente grundsätzlich steuerpflichtig. Da dieser Anteil jedes Jahr um zwei Prozentpunkte steigt, wird das Ausfüllen der Anlage R in den nächsten Jahren für immer mehr Menschen relevant.

Ehepaare müssen getrennte Anlagen ausfüllen und einreichen.

Was muss eingetragen werden?

Nicht nur Altersrentner müssen die Anlage R mit der Steuererklärung abgeben.

In diesen Zusatz zur Steuererklärung werden nämlich auch Versorgungsleistungen, Erwerbsunfähigkeitsrenten und Berufsunfähigkeitsrenten sowie ähnliche, nicht aus erarbeitetem Einkommen stammende Einnahmen eingetragen. Wer eine dieser Leistungen bezieht, muss also ebenfalls die entsprechende Anlage ausfüllen.

Schritt für Schritt erklärt: Die Vorderseite

Zunächst werden in der Anlage Leibrenten, beziehungsweise Leistungen aus einer Pflichtversicherung und Rürup-Rente eingetragen. Das bedeutet: An dieser Stelle müssen sämtliche Renten aus gesetzlichen Versicherungen angegeben werden, ebenso wie Altersrenten aus landwirtschaftlichen Alterskassen, berufsständischen Versorgungswerken oder aus Rürup-Renten.

Hier werden Angaben wie die konkrete Art der Rente, der ausgezahlte Betrag und der Rentenbeginn abgefragt.

Ein Teil der jeweiligen Rente dieser Art ist steuerfrei, der Rest (auch Besteuerungsanteil genannt) ist steuerpflichtig.

Im nächsten Abschnitt geht es um jede Form von privater Leibrente. Hierzu zählen zum Beispiel reguläre Altersrenten aus privaten Versicherungsverträgen, sowohl lebenslang als auch zeitlich begrenzt, sowie lebenslange Rentenerträge aus Vermögensveräußerungen. Rürup-Rente und Riester-Rente sind hiervon ausgenommen.

So ist die Rückseite auszufüllen

Auf der Rückseite sind Angaben zu Riester-Renten und Rentenzahlungen aus betrieblichen Altersvorsorgen zu machen.

Neben der staatlich geförderten betrieblichen Altersvorsorge werden auch Renten aus Zusatzversorgungseinrichtungen des Bundes, der Kommunen, Länder und Kirchen angegeben (zum Beispiel VBL- und ZVK-Rente). In der Leistungsmitteilung der Versicherungen steht, welche Eintragungen vorzunehmen sind.

Der letzte Teil umfasst Werbungskosten. Werden hier keine speziellen Einzelaufwendungen vermerkt, wird vom Finanzamt der Werbungskosten-Pauschbetrag in Höhe von 102 Euro für jeden Rentner berücksichtigt. Diese Pauschale ist personenbezogen und wird somit auch bei Eheleuten bei jedem Partner mit Rentenbezug berücksichtigt.

Liegen höhere Werbungskosten vor, können diese detailliert aufgeführt werden. Beispiele für anrechnungsfähige Werbungskosten sind Rechtsstreitigkeiten, die mit der Rentenzahlung zusammenhängen, Rentenratgeber oder Kosten für die Inanspruchnahme einer Steuerberatung.

Gibt es Möglichkeiten, die Anlage R zu umgehen?

Ja, die gibt es tatsächlich. Verfügen Rentner nur über sehr geringe Einkünfte, können sie beim Finanzamt eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen. Diese gilt für den Zeitraum von drei Jahren und entbindet den Rentner in dieser Zeit von der Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung.

Wenn Sie Einkünfte aus Renten und Leistungen aus Altersversorgungsverträgen haben, müssen Sie die Anlage R einreichen.

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